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Tao Yuanming – der erste große Dichter von „Felder und Gärten“

Tao Yuanming war ein distinguierter Poet und ein eminenter Einsiedler. Er bezeichnete sich selbst als „Tao, der Einsiedler“ oder „Meister der fünf Weiden“, was seinen Wunsch ausdrückte, ein ruhiges, zurückgezogenes Leben auf dem Lande zu führen.

Der Vater von Tao starb früh und die ganze Familie lebte von da an in Armut. Schon in jungen Jahren war er vom Taoismus fasziniert und er bewunderte einen einsiedlerischen Lebensstil. Mit zwanzig begann er mit Landarbeit und praktizierte taoistische Meditationen.

Wegen seiner Talente in Literatur und Dichtung, wurden ihm häufig Posten in der Regierung angeboten. Anfänglich schlug er die Gelegenheiten wegen seiner Abneigung für Politik aus, doch um seine Familie zu unterstützen, übernahm er im Alter von 29 Jahren einen Posten als junger Regierungsbeamter. Nach einigen Jahren quittierte er den Beamtenstatus und kehrte in sein Geburtsdorf zurück, um Chrysanthemen zu kultivieren.

Mit 35 übernahm er unter dem Druck des Lebens einen anderen Regierungsposten und wurde Kreismagistrat, gab diesen aber mit 41 Jahren wieder auf.

Nach seinem Abschied entschloss sich Tao seine kleine Landwirtschaft aufzugeben, um seine Familie durch harte Arbeit zu ernähren. Manchmal genoss er Wein, Dichtung und die Freundschaft eines Eremiten, doch meistens litt er unter Hunger und Armut, wenn Naturkatastrophen seine Landwirtschaft trafen. Trotz alledem vollendete er viele Gedichte und Prosawerke, in denen er den schönen und freien Lebensstil auf dem Lande beschrieb. Er prägte in einem seiner Prosawerke „Pfirsichblüten Frühling“, den chinesischen Begriff für Utopie.

Er verachtete die weitverbreitete Korruption und Extravaganz der Höflinge und brachte zum Ausdruck, er würde lieber in Armut leben oder mit Würde betteln, als Hofdiener mit einem respektablen Gehalt zu sein. Bedauerlicherweise wurde dies in seinen späten Tagen zur Realität.

Im Alter von 44 Jahren brannte das strohgedeckte kleine Landhaus seiner Familie bei einer Feuersbrunst bis auf den Grund nieder und sie mussten zeitweilig in einem Boot wohnen und waren auf finanzielle Unterstützung seitens ihrer Verwandten und Freunde angewiesen. Im Laufe der Zeit war er 58 Jahre alt geworden, die Familie befand sich in so einem armen Zustand und gelegentlich musste er Nahrungsmittel borgen. Wie in einem Gedicht beschrieben, seufzte er: „Der Hunger in der Familie trieb mich nach Nahrung hinaus, doch ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte. Nach langem Mäandrieren, klopfte ich schließlich an eine Tür, war aber nicht in der Lage, auch nur ein Wort herauszubringen. Der Hauseigentümer ahnte etwas und war gütig und so war meine Reise kein fruchtloser Irrtum.“ Er machte weiter und vollendete viele wunderschöne Prosawerke und Gedichte, viele von ihnen zeigten sein Verständnis für Leben und Tod, reich und arm, jedoch nicht eingeengt durch eine taoistische Sichtweise.

Tao Yuanming war während seines ganzen Lebens arm, doch er bewahrte im Laufe der Zeit standhaft seine Integrität, bis er dann im Alter von 63 Jahren starb.

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