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Frankreich: France 5 beleuchtet Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden in China

Der führende französischer Fernsehsender France 5 berichtete am 10. März 2016 in seinem Gesundheitsmagazin über den Organraub, den das chinesische Regime an lebenden Falun Gong-Praktizierenden begeht. Die Programmgestaltung von France 5 liegt schwerpunktmäßig auf Sachthemen und Fakten.

Alexis Genin, Neurobiologe und wissenschaftlicher Berater für Doctors Against Forced Organ Harvesting (DAFOH), wurde in dieser Sendung interviewt. Es folgt die Übersetzung des Interviews aus dem Französischen.

 

France 5, ein führender französischer Sender des öffentlichen Fernsehens, führte am 10. März ein Interview mit Alexis Genin, in dem es um den Organraub des chinesischen Regimes an lebenden Falun Gong-Praktizierenden in China ging.

Moderator 1: Guten Tag! Sie sind Neurobiologe und wissenschaftlicher Berater für DAFOH, eine Organisation, die den unethischen Organraub brandmarkt. Wenn wir von unethischer Organentnahme sprechen, was ist damit gemeint?

AG: Ja, die Organspende ist durch Prinzipien geregelt, das heißt freiwillige Organspende. Im wirklichen Leben geschieht es in vielen Ländern jedoch nicht so, dort wo der Organhandel zu einem lukrativen Geschäft geworden ist. Oft bezahlen die Menschen nämlich zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar für ein Organ.

Moderator 2: Mit welchen Ländern hat sich Ihre Organisation befasst?

AG: Geschichtlich betrachtet war Indien das erste Land, indem es systematischen Organhandel gab. Nachdem das Gesetz in diesem Land in den 80er und 90er Jahren geändert worden war, wandten sich die medizinischen Touristen anderen Ländern zu. Ein anderes Beispiel ist Brasilien, wo Organe von kriminellen Netzwerken gesammelt und gehandelt werden. In den letzten Jahren hat sich jedoch China an die Spitze dieser weltweiten Liste geschoben.

Moderator 1: Was ist spezifisch an China?

AG: Wir wussten das nicht bis zum Jahr 2006. Die Organtransplantationen in China schnellten in den 2000er Jahren in die Höhe, und zwar von einigen hunderten Fällen Ende der 90er zu über 20.000 pro Jahr. Diese Zahlen stammen aus den offiziellen Statistiken. Wo kommen sie also her?

Die Konfuzius-Tradition in China ist gegen die Organspende. Weil der Leichnam nämlich unversehrt bleiben muss, gibt es keine spontanen Organspenden in China. Es existieren auch keine Programme, die eingesetzt werden für freiwillige Spender.

Nach einer langen Zeit des Zögerns gab die chinesische Regierung endlich zu, dass die Organe manchmal von zum Tode verurteilten Gefangenen stammten. Doch das erklärt noch nicht alles. Amnesty International nimmt an, dass es ungefähr 2.000 Exekutionen pro Jahr gibt, während die Zahl der Organtransplantationen über 20.000 ausmacht. So gibt es 18.000 Organtransplantationen oder 18.000 Tote pro Jahr, die nicht erklärt werden können.

Moderator 1: Das bedeutet also, dass der [Organ-]Handel existiert. Ist es ein Mafia-Netzwerk wie in anderen Ländern oder handelt es sich um Verfolgung von bestimmten Gruppen in der Gesellschaft?

AG: Das ist eine wichtige Frage, die DAFOH stellte. DAFOH steht für „Doctors Against Forced Organ Harvesting“. Wir fingen 2006 damit an, in China Nachforschungen anzustellen. Damals verwiesen Medienberichte auf Organraub an Gefangenen in Militärkrankenhäusern. In Bezug auf diese Anschuldigungen führte DAFOH drei Arten von Untersuchungen gleichzeitig durch. Die eine war, die wissenschaftlichen Publikationen von Chinesen zu durchforsten, ob es dort Hinweise auf Organhandel gibt. Die beiden anderen Arten waren unabhängige Untersuchungen, um die Quelle dieser Organe zu identifizieren.

Die Ergebnisse waren überraschend. Wenn man die veröffentlichten wissenschaftlichen Aufsätze aus China aus der Zeit um 2000 anschaut, gibt es dort viele hundert Transplantationen ohne dass auf den Ursprung der Organe verwiesen wird. Das sind Ergebnisse von DAFOH, die dazu führten, dass die wichtigen wissenschaftlichen Magazine im Jahr 2011 einen nachvollziehbaren Nachweis über die Organherkunft forderten.

Doch noch viel erstaunlichere Ergebnisse kamen aus zwei unabhängigen Ermittlungen. Die eine wurde von David Kilgour, ehemaliger kanadischer Staatssekretär für Auslandsangelegenheiten, geleitet. Die andere wurde von Ethan Gutmann, einem Experten für chinesische Angelegenheiten, durchgeführt.

Bei der ersten Untersuchung rief David Kilgour mit Hilfe eines Netzwerks von Ermittlern hunderte von Transplantationseinrichtungen in China an und ließ fragen, wie man Organe bekommt. Die Antwort war: wenn Sie es sich leisten können, dann haben Sie das Organ innerhalb von zwei bis drei Wochen. Bitte beachten Sie hierzu, dass in Frankreich 18.000 Menschen auf ein Organ warten und die durchschnittliche Wartezeit drei Jahre beträgt. In China kann man es jedoch in zwei Wochen bekommen, wenn man zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar hat. Als die Ermittler fragten, woher die Organe stammen, wurde ihnen klar und erkennbar mitgeteilt, dass sie [die Organe] von chinesischen Gefangenen, insbesondere von Praktizierenden einer traditionellen chinesischen Meditation namens Falun Gong stammten. Das war die erste Untersuchung.

Bei der zweiten Untersuchung ging Ethan Gutmann ganz anders vor. Er interviewte Menschen, die in China inhaftiert gewesen waren, so zum Beispiel Christen, Tibeter, Uighuren und eben auch Falun Gong[-Praktizierende], um festzustellen, ob sie Spuren des systematischen Organraubs in Zwangsarbeitslagern gesehen hatten. Die Resultate waren frappierend: Die Hälfte dieser Häftlinge wurden umfassenden körperlichen Untersuchungen in der Haft unterzogen. Anstatt ihre Gesundheit zu überprüfen, werteten diese medizinischen Tests aus, ob ihre Organe gesund waren: ob ihre Augen gut funktionierten und die Augenhornhäute entfernt werden konnten, ob die Herzfrequenz gut war und ob die Leber in einem guten Zustand war.

Moderator 2: Das ist völlig beunruhigend. Wer sind diese Falun Gong-Mitglieder? Es scheint, dass sie in China verfolgt werden und es viele von ihnen gibt.

AG: Falun Gong ist eine traditionelle Praktik in China, genau wie eben die Menschen hierzulande am Morgen zum Joggen gehen. Es gibt so eine Tradition der Kultivierung in China, dazu gehört auch Tai Chi. Falun Gong wurde in China in den 1990er Jahren plötzlich populär. Die chinesische Regierung schätzte, dass Ende der 1990er Jahre ungefähr 70 Millionen Menschen Falun Gong praktizierten

Moderator 2: Daher war es für das Land gefährlich, nicht wahr?

AG: Das ist in keinem Fall. Aber bei einem totalitären Regime wie dem in China wird es als potentielle „Gefahr“ betrachtet, wenn 70 Millionen Menschen ohne Zutun der Regierung der gleichen Praktik folgen. So begann die Unterdrückung. Laut der UN-Kommission für Menschenrechte wurden jederzeit ungefähr 500.000 bis 700.00 Falun Gong-Praktizierende in den Lagern zur Umerziehung durch Arbeit gehalten. Das ist eine riesige Anzahl … das bedeutet eine jederzeit verfügbare potentielle Organbank von 700.000 Menschen.

Moderator 1: Erwarten Sie von Europa, dass es diesbezüglich Druck ausübt?

AG: In Europa wurde wegen dieser Untersuchungsergebnisse Maßnahmen ergriffen. Damals 2006 wurden sie als Anschuldigungen angesehen, doch weitere Ergebnisse bestätigten, dass es Fakten sind. Es ist kein Mafia-Netzwerk, sondern ein Netzwerk, das auf der höchsten Ebene der chinesischen Regierung organisiert wurde, weil viele Transplantationen in Militärkrankenhäusern stattfanden. Das Europäische Parlament reagierte rasch und verabschiedete Ende 2013 eine Entschließung, mit der ein solcher Organraub heftig verurteilt wurde. Dies besagt, dass es sich wirklich um Organhandel auf höchster Regierungsebene handelt und Falun Gong-Praktizierende die Hauptopfer sind.

Moderator 1: Vielen herzlichen Dank. Die Website ist: www.dafoh.org. Weitere Informationen kann man dem Buch Staats-Organe: Transplantationsmissbrauch in China entnehmen.

AG: Ich möchte auch noch ergänzen, dass es für jeden, der helfen möchte, eine Online-Petition auf der DAFOH-Website gibt und mehr als zwei Millionen Menschen schon unterschrieben haben. Danke.

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