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Die Weisheit einer uralten Ernährungslehre (Teil 1)

„In kaum einer anderen Kultur spielt die Ernährung eine so bedeutsame Rolle, wie in der Chinesischen“ bemerkt K. C. Chang, der Herausgeber des Buches „Chinesische Esskultur“ (New Haven, Yale University Press, 1977). Warum hat das chinesische Essen einen solch universellen Zulauf? Es ist natürlich so, dass die meisten vorzüglichen Gerichte, die in den chinesischen Restaurants der USA serviert werden, eigentlich Festtagsessen sind und nicht die Esskultur des täglichen chinesischen Lebens widerspiegeln. Was macht jedoch das chinesische Essen so schmackhaft? Warum ist es seit langem so populär und wieso haben sich die verschiedenen Gerichte und ihre Zubereitung über die Jahrhunderte nicht verändert? Schnelles Kochen der saisonalen Lebensmittel über einer starken Flamme, gewürzt und perfekt abgeschmeckt ergibt ergötzliche, gesunde Mahlzeiten.

Eine gesunde chinesische Ernährung basiert auf viel mehr, als nur gesundheitlichen Überlegungen, die für westliche Ernährungsbewusste so wichtig sind. Essen ist ein Teil der chinesischen Kultur, ein Erbe, das in nahem Zusammenhang mit Medizin, sogar Kunst und den politischen Entscheidungen der Vorväter, steht. Es ist eine Legende, dass Laotse einst sagte: „Eine große Nation zu regieren ist, als wenn man einen kleinen Fisch kocht.“ Damit meinte man, dass das erfolgreiche Regieren eines Landes genau die richtige Menge an Saisonfrüchten und zusammenstellender Vorbereitung verlangt.

Yi Yin, einer der alten chinesischen Gelehrten, der während der Shang Dynastie (1.500-1.000 v. Chr..) lebte, war sich des gesundheitlichen Werts von Lebensmitteln bewusst. Er entwickelte die Theorie des Zusammenspiels der unterschiedlichen Lebensmitteleigenschaften. Dieser namhafte Gelehrte erkannte den Zusammenhang der fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, scharf und salzig und den Ernährungsbedarf der fünf Hauptorgane, Herz, Leber, Milz, Lungen und Nieren. Eine andere Quelle sagt uns, dass gekochte Schalotten (bei den Amerikanern als grüne Zwiebeln bekannt), frische Ingwerknollen, Knoblauch, getrocknete Lilienstängel und „Baumpilze“ (ein Pilz, der in den USA „Wolkenohren“ genannt wird), in den korrekten Mengen und dem richtigen Verhältnis gegessen, das Vermögen hätten, bestimmte Krankheiten fern zu halten.

Lebensmittel mit gesundheitsfördernder Wirkung werden auch in der westlichen Kultur erwähnt. Die meisten Amerikaner sind mit dem Spruch „der tägliche Apfel verspricht Gesundheit“ aufgewachsen. Ernährungswissenschaftler entdeckten, dass das Apfelpektin eine jener Substanzen ist, die bestimmte Körpersysteme schützt. Karotten werden wegen ihres hohen Vitamin A Gehaltes geschätzt. Der westlich-wissenschaftliche Blick eröffnet, dass Vitamin A „freie Radikale“ im Körper bindet, die Krankheiten verursachen können.

Somit ist es offensichtlich, dass Nahrung eine weit höhere Bedeutung hat, als einfach nur den Bauch zu füllen. Akademiker verschiedenster Fachbereiche und Sektoren messen der Ernährung innerhalb der chinesischen Kultur so einen großen Stellenwert bei, dass sie jedes Jahr ein „Symposium für chinesische Esskultur“ irgendwo in Asien veranstalten; ein Ereignis, an dem nur auf Einladung teilgenommen werden kann. Die Redner und Themen sind jedes Mal anders, und Experten sprechen solch vielschichtige Themen wie „Chinesische Ernährungskultur aus globaler Perspektive“, „Weltweiter Einfluß chinesischer Ernährungskultur“, „Tee-Kunst der literarischen Zirkel in der Ming Dynastie“, „Ursprünge fermentierter Lebensmittel und Getränke im Orient“, „zu den wissenschaftlichen und künstlerischen Charakteristika der chinesischen Esskultur“ usw. an.

In Anbetracht dieser Themen, zeigt sich, dass die ursprünglichen Traditionen immer noch auf die heutigen chinesischen Ernährungsgewohnheiten angewendet werden – das Anbauen/Herstellen, die Verteilung und den Konsum von Lebensmitteln in China.

Fortsetzung folgt…

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