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Geschichten aus dem alten China: Ein wahrer Gentleman verhält sich bescheiden und verdient dadurch auf natürliche Weise die Achtung der Menschen

Cao Bin wurde im heutigen Bezirk Linshou, Provinz Hebei, geboren. Er half mit, die nördliche Song Dynastie zu begründen.

Auch wenn er eine lange Liste an Ehren erhalten hatte, so führte er doch nie seine Fähigkeiten vor und erfuhr daher die höchste Achtung der Menschen.

Im fünften Jahr von Xiande, der späteren Zhou Dynastie, bat der Kaiser Shizong (Chai Rong) Can Bin, dem Königreich von Wuyue einen offiziellen Staatsbesuch abzustatten. Wuyue wollte ihm bei vielen Gelegenheiten Geschenke machen, aber Cao Bin verweigerte stets, diese anzunehmen. Auf seinem Heimweg, als er an Bord des Schiffes gegangen war, hinterließ Wuyue eine große Menge Gold, Silber und andere Schätze auf dem Schiff, um sie ihm zu schenken.

Als er an den königlichen Hof zurückgekehrt war, übergab er all diese Geschenke dem königlichen Hof. Der Kaiser war deswegen sehr gerührt und gab ihm all die Gaben wieder zurück. Cao Bin blieb nichts anderes übrig, als die verständnisvolle Geste des Kaisers anzunehmen. Nachdem er all die Gaben vom Kaiser bekommen hatte, verteilte er sie unter seinen Freunden und Verwandten.

Damals war Zhao Kuangyin (der Mann, der später die Song Dynastie begründete und zu Kaiser Taizong wurde) ein wichtiger General der königlichen Armee. Viele Beamte versuchten, durch ihn Vorteile zu erhalten. Cao Bin bildete die einzige Ausnahme. Er besuchte Zhao nie zu Hause, es sei denn wegen geschäftlicher Angelegenheiten.

Als Zhao Kuangyin Kaiser geworden war, fragte er Cao einmal: “Früher hätte ich Dich immer gern näher kennen gelernt. Warum hast Du immer wohlüberlegt Abstand gehalten und bist mir fern geblieben?“ Cao Bin antwortete: „Ich war ein naher Verwandter des ehemaligen Kaisers Zhou und dazu Beamter an seinem Hof. Ich war darauf konzentriert, meine Pflichten zu erfüllen und wollte keine Fehler machen. Wie hätte ich es wagen können, der Freund Eurer Majestät zu sein?“ Wegen dieser aufrichtigen Antwort schätzte der Kaiser ihn umso mehr.

Im zweiten Jahr von Jianlong diente Cao Bin Liu Guangyi als Ratgeber: Liu führte eine Armee, welche die Rebellion in Shu (heute Provinz Sichuan) niederschlagen sollte. Nach dem Niederschlagen der Rebellion kehrten alle hochrangigen Beamten der Song Armee mit schönen Frauen, Jade, Seide und anderen wertvollen Dingen nach Hause zurück. Cao Bin brachte nur seine eigenen Bücher und Kleidungsstücke zurück.

Kaiser Taizong anerkannte den großen Beitrag, den er der Niederschlagung der Rebellion gezahlt hatte und beförderte ihn zum Gouverneur von Yicheng. Cao Bin versuchte mehrfach, die Beförderung auszuschlagen. Schließlich sagte der Kaiser: „Du hast so viel geleistet und doch nie versucht, Dich damit zu brüsten. Es ist üblich, dass ein Land die Guten ehrt und die Schlechten bestraft. Du solltest deine Beförderung nicht weiterhin ablehnen.“

Nach Begründung der Song Dynastie lief der ehemalige Herrscher der Tang Dynastie nach Jilin (heute die Stadt Nanjing) und bildete die südliche Tang Dynastie. Kaiser Taizong der Song Dynastie bat Cao Bin, die südliche Tang Dynastie abzureißen. Als die Song Armee sich anschickte, Jilin zu belagern, fürchtete Cao Bin, dass seine Soldaten unschuldige Bürger, die in der Stadt wohnten, verletzen würden. Darum gab er vor, krank zu sein und bat seine Soldaten, Weihrauch abzubrennen und um seine Genesung zu beten, wobei sie versprechen sollten, keinen einzigen Unschuldigen während der Belagerung zu verletzen.

Nach dem erfolgreichen Sieg der Song Armee behandelte sie die Bewohner von Jilin gut und wurde von ihnen herzlich willkommen geheißen. Als der Herrscher der südlichen Tang Dynastie sich ergeben wollte, beruhigte Cao Bin ihn und seine Leute mit freundlichen Worten und behandelte sie wie geehrte Gäste. Nachdem Cao Bin seine Aufgabe erfolgreich beendet hatte und an den Song Hof zurückkehrte, schrieb er dem Kaiser einen Bericht, in welchem er wieder sich selbst nicht herauszustellen suchte. Er schrieb ganz einfach: „Ich konnte die Aufgabe im Süden erfüllen, die mir der Kaiser aufgetragen hat.“

Bevor er die Armee in den Süden führte, hatte der Kaiser gesagt, er würde ihn zum Premierminister befördern, wenn er erfolgreich die Südliche Tang Dynastie besiegen würde. Daher gratulierte ihm sein Stellvertreter Pan Renmei sofort nach dem Sieg zum Premierminister. Cao Bin lachte freundlich und sagte: „Es ist nicht so, wie es ist. Ich erfülle ja nur meine Pflicht. Wir können den Sieg nur durch die Macht des Himmels erringen und durch die Militärstrategie, die der königliche Hof im voraus entwickelt hat. Wieso habe ich den Hauptbeitrag dazu geleistet? Ich verdiene den Posten des Premierminister am wenigsten.“

Obgleich Cao Bin hohe Stellungen einnahm, so war er doch nicht reich. Er gab alles Geld, das übrig blieb, an seine zahlreiche Verwandtschaft.

Der „Bericht über die Song Dynastie“ beschreibt ihn so: „Nachdem er die Rebellionen in Shu und Südlichem Tang niedergeschlagen hatte, nahm er keinen einzigen zusätzlichen Pfennig dafür. Er war General und Premierminister und hielt sich selbst nie für etwas Besonderes wegen seiner Positionen.“ Während er am königlichen Hof diente, wendete er sich niemals gegen die Wünsche des Kaisers, noch sprach er je über die Fehler von anderen Menschen. Unterwegs befahl er seinem Fahrer immer, an die Seite zu fahren, damit andere Beamte vorbeifahren könnten, obgleich diese von niedrigeren Rängen waren als er.

Er rief seine Untergebenen niemals direkt mit Namen, um ihnen so seine Achtung zu bezeugen. Wenn Untergeordnete zu ihm kamen, um Bericht zu erstatten, richtete er sorgfältig seine Kleider und setzte seinen Hut auf. Er behandelte seine Untergebenen immer mit großer Nachsicht und versetzte sich zuerst in ihre Lage. Als er in Xuzhou einen Posten hatte, machte einer seiner Untergebenen einen Fehler, und seine Strafe sollten mehrere Stockschläge sein. Cao jedoch setzte diese Strafe für ein Jahr aus. Die Menschen wussten nicht, warum er sich so verhielt. Cao erklärte: „Ich habe gehört, dass dieser Mann frisch verheiratet ist. Wenn ich ihn sofort bestrafen würde, würde seinen Eltern denken, dass ihm seine Frau kein Glück brächte und er sie deswegen Tag und Nacht beschimpfen und schlagen würde. Das würde es ihr schwierig machen, zu überleben. Der Täter wird bestraft, aber die Strafverschiebung ist nicht ungesetzlich.“

Im „Buch der Sitten“ (Li Ji) heißt es: „Ein Gentleman übertreibt seine Verdienste nie, er spielt sich nicht mit ihnen auf. Er erzählt nur einfach die Tatsachen.“ Es steht weiter: „Man sollte die guten Taten und Fähigkeiten der anderen Menschen loben, um ihnen Ehre und Achtung zu erweisen.“ Außerdem: „Darum achten ihn die Menschen auf ganz natürliche Weise, auch wenn sich ein Gentleman bescheiden und maßvoll benimmt.“

Es gibt eine chinesische Redensart: „Der Himmel über uns sagt nicht, dass er hoch ist, aber er ist hoch. Der Boden unter uns sagt nicht, dass er tief ist, aber er ist tief.“ Manche Menschen sind sehr eingebildet. Sie möchten sich immer zeigen und fürchten ständig, dass die anderen nicht wissen, wie fähig sie sind. Tatsächlich sind sie wirklich nicht fähig. Menschen mit ursprünglichem, wirklichem Wissen und Betragen wollen sich nie zeigen. Wenn einer wirklich fähig ist, erkennen es die anderen auf ganz natürliche Art an, auch wenn dieser kein Wort darüber verliert. Die Chinesen sagen: „Die Pflaumenblüten sind immer still. Trotzdem werden die Menschen von ihrer Schönheit angezogen. So viele Menschen kommen nahe heran, um sie sich anzusehen, sodass neben ihnen ein Trampelpfad entsteht.“

Cao Bin hatte nicht nur eine Menge Talente, er hatte auch eine Menge Tugenden. Er war ein Gentleman, der sich „bescheiden und unauffällig benahm“. Er war nachsichtig mit den anderen Menschen und vergab ihnen gerne. Nach seinem Tode weinte der Kaiser Zhenzong von der Song Dynastie vor Schmerz. Jedes Mal, wenn er mit seinen Beamten von ihm sprach, brach er in Tränen aus. Nach dem Tod verlieh er Cao Bin den Titel „Herzog von Jiyang.“
Er bekam – wie der Premierminister Zhao Pu – einen Ehrenplatz im Tempel des Kaisers Taizong. Er wird auch weithin als großer General betrachtet.

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