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Spanische Zeitung El Mundo: Veröffentlicht einen Artikel über Wenyi Wangs Protest vor dem Weißen Haus und Organraub in China

Sonntag, 30. April 2006

WENYI WANG, die Frau, die vor wenigen Tagen weltweit Aufmerksamkeit auf sich zog, weil sie den von Präsident Bush eingeladenen chinesischen Präsidenten rügte, tat dies nicht um sich selbst ins Rampenlicht zu bringen.

Wenyi Wang, 47 Jahre alt, stammt aus Changchun in Nordostchina (auf dem Foto schwarz gekleidet). Sie ist eine in China ausgebildete Ärztin und zog im Jahre 1985 in die Vereinigten Staaten, wo sie als Ärztin staatlich geprüft wurde und den PhD erwarb. Sie praktiziert seit 1996 Falun Gong und ist Sprecherin für Menschenrechte der chinesischen Ärzte im Ausland.

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Mein Name ist Wenyi Wang. Ich bin siebenundvierzig Jahre, habe einen Sohn und eine Tochter und bin Ärztin.
Am Freitag, dem 21. April, wurde ich vom Washington DC Bezirksgericht freigelassen; ich werde dorthin zurückkehren und am 03. Mai mit einer potenziellen Geldstrafe in Höhe von $5.000 und sechs Monaten Gefängnis konfrontiert sein.

Ich denke, es ist unumgänglich für mich, der Öffentlichkeit eine Erklärung für meinen Protest während Hu Jintao’s Ansprache am Donnerstagmorgen, auf dem Südrasen des Weißen Hauses, während seines Besuchs von Präsident Bush, abzugeben. (Wang rief dem chinesischen Präsidenten zu ‚Stoppen Sie das Morden’).

Am 09. März berichtete The Epoch Times [englische Version der inzwischen größten chinesisch-sprachigen Auslandszeitung – sie wird mittlerweile in zehn Sprachen und in über dreißig Ländern herausgegeben] über Organentnahmen von lebenden Falun Gong-Praktizierenden (eine von der chinesischen Regierung verfolgte Bewegung) in großem Umfang im Bezirk Sujiatun der Stadt Shenyang, Provinz Liaoning im Nordosten Chinas. Nach Bekannt werden dieser Gräueltaten verlagerte die kommunistische Partei Chinas (KPC) rasch die noch in Sujiatun festgehaltenen Falun Gong-Praktizierenden, unternahm andere Schritte zur Verheimlichung ihrer Taten und bestritt den Vorfall. Zu diesem Zeitpunkt beauftragte mich The Epoch Times, in dieser Sache zu recherchieren, weil ich Pathologin bin und Erfahrungen in der Organtransplantationsforschung habe.

Anfangs beruhten unsere Erkenntnisse auf den Berichten zweier Einzelpersonen aus Shenyang, die Informationen darüber hatten, was sich innerhalb des Hospitals in Sujiatun zugetragen hatte: „Peter“, ein chinesischer Bürger, der als Produzent für eine japanische Fernsehstation in der Stadt Shenyang gearbeitet hatte; und „Annie“, die Belegschaftsmitglied am Thrombosehospital für integrierte chinesische und westliche Medizin der Provinz Liaoning und frühere Frau eines Chirurgen war, der mehrere Jahre lang Organraub in Sujiatun durchgeführt hatte.

Anfang März begleitete ich diese beiden Informanten zu Interviews mit internationalen Medien, dem U.S. Kongress und Regierungsbehörden. Zur selben Zeit erhielten wir Informationen über umfangreichen Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden in den Jahren 2001 bis 2003 in größeren Arbeitslagern, in denen Falun Gong-Praktizierende inhaftiert waren.
Einige Patienten, die wegen Organtransplantationsoperationen nach China gereist waren, erzählten uns, dass man ihnen, bevor sie nach China gingen, gesagt habe, dass die Organspender Falun Gong-Praktizierende seien. Einige Ärzte, die über den gesamten Ablauf des Organraubs Bescheid wissen, erzählten uns, die Grausamkeit und Unmenschlichkeit sei unvorstellbar, unaussprechlich und weit jenseits dessen, was in The Epoch Times berichtet worden war. Sie sagten uns, wenn dies vollständig enthüllt würde, würden die Menschen auf der ganzen Welt fassungslos sein. Jeder einzelne, der in diese Sache verwickelt ist, würde sein Leben riskieren, wenn er sich davon lossage. Obwohl diese Menschen in engem Kontakt mit The Epoch Times standen, wagten sie nicht herauszutreten, weil sie fürchteten, umgebracht zu werden.

Patienten verlangen lebendige, gesunde Organe. Um das Geschäft anzukurbeln, haben Transplantationsärzte in China in aufgezeichneten Telefonanrufen offen zugegeben, dass die Organe von lebenden Falun Gong-Praktizierenden stammen. Außerdem geben fast alle Hospitäler öffentliche Erklärungen ab, dass die Wartezeit für ein passendes Organ innerhalb von zwei Wochen bis zu einem Monat liege. Manchmal brauche man nur eine Woche für den Prozess, ein passendes Organ zu finden, eine Blut- und Gewebeabgleichung und die Transplantation vorzunehmen. Die vielsprachige Onlineankündigung eines Organtransplantationszentrums in Shenyang versprach sogar, dass Patienten für drei Wochen nach China gehen, eine Organtransplantation durchführen lassen und danach glücklich die Arbeit wieder aufnehmen können.

Nachdem die Sujiatun-Nachricht durchgesickert war, wurde die chinesische Webseite über dieses Organtransplantationsgeschäft herausgenommen. Als Ärztin mit Hintergrundwissen in Organtransplantation weiß ich ganz genau, dass es im Festland China in vielen Provinzen Lebend-Organbanken in großem Umfang geben muss. Ich empfinde großen Schmerz bei diesem Gedanken. Wir haben zehntausende von vermissten Falun Gong-Praktizierenden. Ihre Familien suchen nach ihnen, haben aber nicht die geringste Ahnung über ihren Verbleib.

Bald nachdem die Nachrichten über Organraub von lebenden Falun Gong-Praktizierenden bekannt wurden, erließ die KPC eine neue Direktive betreffend Organtransplantation. Obwohl diese Direktive den Anschein erweckt, den stattgefundenen Organraub zu ächten, tritt diese erst am 01. Juli in Kraft. Mittlerweile nötigen viele Hospitäler Patienten, die Organverpflanzung schnell vornehmen zu lassen. Sie sagten, dass die Organquellen nach dem 01. Mai nicht mehr so reichlich vorhanden sein würden. Dokumentierende Aufzeichnungen dieser Behauptungen sind im Internet veröffentlicht worden.

Eine Vielzahl von Untersuchungen, einschließlich aufgezeichneter Interviews mit Transplantationsärzten in China, weisen darauf hin, dass wichtige Hospitäler in China genau in der jetzigen Zeit Operationen zur Entnahme von Organen lebender Falun Gong-Praktizierender durchführen. Unsere Untersuchungen belegen auch, dass die Hospitäler in China sich beeilen, um diese Operationen so schnell als möglich abzuwickeln.

Es ist offensichtlich, dass die kommunistische Partei Chinas Dinge verschleiert und gleichzeitig sich beeilt, die Organtransplantationen so rasch wie möglich abzuschließen. Wir wissen, dass an jedem einzelnen Tag eine große Anzahl von Falun Gong-Praktizierenden geopfert werden, um die benötigten Organe zu liefern.

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Ich hatte keine Zeit für meine Kinder. Ich ließ sie in New York zurück. Am 19. April, dem Tag vor dem Treffen zwischen Präsident Bush und Hu Jintao, besuchte ich eine Kongressanhörung über Menschenrechte in China. Doch den zwei Zeugen, die ihr Leben riskierten, um den Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden aufzudecken, wurde nicht erlaubt, darzulegen, was sie wissen. Zurzeit wurde den zwei Zeugen nur erlaubt, vertraulich vor den Mitgliedern des Repräsentantenhauses auszusagen. Als sie erkannt hatten, dass die Anhörung keine Bezeugung dessen war, was sie als Wahrheit kannten, entschieden sie tapfer, ihre ersten öffentlichen Aussagen auf einer am 21. April abgehaltenen Pressekonferenz zu machen.

Nach der Kongressanhörung begriff ich, ich musste tun, was mir möglich war, um die Aufmerksamkeit auf den Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden zu lenken. Am 20. April ging ich zur Berichterstattung ins Weiße Haus. Doch als ich sah, wie Präsident Bush und Hu Jintao sich die Hände schüttelten, konnte ich nicht anders, als aufzuschreien. Ich schrie auf für jene Falun Gong-Praktizierenden, für jene, die zerstückelt wurden oder in Kürze wegen ihrer Organe zerteilt werden. Ich schrie auf für jene, die gefoltert werden und unter einer völkermordenden Verfolgung leiden.
Ich hoffe, dass Hu Jintao nicht Jiang Zemin nachfolgt, in der Verfolgung und dem Völkermord an Falun Gong. Der Organraub an Lebenden zählt zu den schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und stellt den schwersten und umfangreichsten Völkermord dar, der sich gerade jetzt vor unseren Augen ereignet.

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Obgleich meine Handlung eine individuelle Handlung war, agierte ich auf eine Weise folgerichtig mit dem Geist der Freiheit. Ich handelte auch, um die Würde meines angenommenen Heimatlandes und der Menschheit zu schützen. Anschließend wurde ich einen Tag in Haft genommen. Als ich freigelassen wurde, sah ich Medien vor dem Gerichtshaus auf mich warten. Sie alle fragten mich: „Warum?“
Seit ich freigelassen worden bin, habe ich Interviews an die Presse gegeben. Die Presse berichtet darüber, was ich im Weißen Haus getan hatte, berichtete aber nicht wirklich viel über die Gründe, warum ich so handelte. Doch der Grund für mein Handeln ist der Schlüssel zu der ganzen Angelegenheit.
Ich bin davon überzeugt, dass der massive Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden das Gewissen von uns allen berührt und herausfordert, wo immer wir auch leben. Er ist eine Herausforderung an die Menschheit; und dies sind Verbrechen und Sünden, die zu stoppen wir in der Lage sein müssen.

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