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Kultur und Geist in der Blütezeit der Tang Dynastie

Die Tang Dynastie wird als das goldene Zeitalter in der chinesischen Geschichte angesehen, eine Zeit, in der China die größte und stärkste Nation der Welt war. Die Blütezeit der Tang Dynastie bezieht sich auf die Zeit zwischen der Regierung von Zhen Guan (das ist beispielsweise die Regierungszeit des Kaisers Taizong von Tang) und der Regierungszeit von Kai Yuan (das ist die Regierungszeit des Kaisers Xuanzong von Tang). Damals erfreute sich China eines moralischen politischen Systems und blühte sowohl in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht als auch in Hinblick auf Kunst und Literatur.

Wieso war das der Fall? Das kam daher, dass der Kaiser Taizong von Tang und seine Nachfolger ein fürsorgliches und liebevolles Herz für die Menschen besaßen. Sie beriefen tugendhafte und fähige Menschen auf wichtige Positionen und konnten Vorschläge und sogar Kritik von diesen Berufenen annehmen. Obwohl er als Kaiser der Oberste war, war er bescheiden, respektvoll und tolerant. Er berief sogar diejenigen, die ihm widersprochen hatten, auf wichtige Posten. Taizong war immer fleißig und hatte hohe Ziele. So wurde er nicht nur der Begründer der Tang Dynastie, sondern auch ein Vorbild für nachkommende Kaiser.

Der einmalige Charakter von Tang kann zusammengefasst werden als „einen offenen und weiten Geist haben, der das Beste von allem in sich vereinigt“. Genau diese Geisteshaltung schmiedete diese kulturell vielfältige und glänzende Zeit der chinesischen Geschichte.

I. Literatur und Kunst

„Die vollständigen Tang Gedichte“, die während der Regierung des Kaisers Kang Xi der Qing Dynastie zusammengetragen wurden, ist eine Sammlung von 48.000 Gedichten von über 2.200 Dichtern. Die Anzahl der vollkommenen Dichter und die Verschiedenartigkeit ihrer Gedichte sind ein leuchtender Stern in der Geschichte der chinesischen Literatur. Die Gedichte aus der Zeit der Tang Dynastie waren nicht nur zahlreich, sondern auch von hohem künstlerischen Niveau.

Der Beginn von „Die vollständigen Tang-Gedichte“ waren Taizongs zehn Gedichte von „Der kaiserlichen Hauptstadt.“ „Mein Herz stand mit der Sonne am klaren Himmel auf; mein Atem so rein wie die Chrysanthemen im Herbst.“ (aus: „Besuch des Schlachtfeldes, auf dem ich Xue Ju verteidigte.) Xue Ju war ein Kriegsherr am Ende der Sui Dynastie. Diese Stücke haben einen imponierenden Geist, der den Lesern erlaubt, die erhabene Ebene und die hohen Ambitionen des Autors zu erleben.

Die anschließenden Gedichte der Beamten an Taizongs kaiserlichem Hof zeigten auch offene und weitgehende Visionen. Zum Beispiel schrieb der hochrangige Beamte Yang Shidao in seinem Gedicht „Im frühen Herbst darauf warten, seine Majestät zu sehen“: „In der sauberen Luft und dem klaren Himmel fühlte ich, wie sich mein Geist beim Rezitieren eines Gedichts weitete.“ Das aufrechte, reine und einfache Wesen der Gedichte aus dieser Zeitspanne der Regierungszeit von Zhen Guan hatte eine starke Wirkung auf nachfolgende Generationen.

Die goldene Zeit der Tang Dynastie brachte unzählige bekannte Dichter hervor. „Der Gott der Dichtkunst“ Li Bai, den „Heiligen der Dichtkunst“ Du Fu, Meng Haoran und Wang Wei, die beide wegen ihrer Gedichte mit Beschreibungen von Naturszenen bekannt waren, Gao Shi und Cen Shen, deren Gedichte meistens das Leben in Grenzgebieten beschrieben, „Die Dichtkunst von Konfuzius“ von Wang Changling und so fort. Später war Bai Juyi typisch für viele Gedichte der mittleren bis späteren Zeit der Tang Dynastie. Ihre Gedichte sind tiefgründig, lassen staunen und sind weitreichend. Sie übermitteln den Alltag und verkörpern den Geist der Tang Dynastie. „(Mein Herz ist so) inspiriert von hohen Zielen, als wären wir dabei, in den blauen Himmel zu fliegen, um den Mond zu pflücken.“ Dieses Gedicht von Li Bai ist nur ein Beispiel für ihre Fähigkeit, mit Worten umzugehen.

Neben der Dichtkunst erreichten auch die Essays, Novellen und Wunder-Erzählungen eine hohe künstlerische Ebene. Wissenschaftler der Tang Dynastie schrieben über das Leben der Menschen und zeigten die Schattenseite der Gesellschaft auf und stellten akute Einsichten, Mut, Verantwortungsbewusstsein und weitreichende Vorstellungen dar. Zwischen den Zeilen erkennen wir ihre hohen Ziele in Bezug auf die „Errettung der Vielzahl an Menschen, der Erhaltung des Friedens und des Wohlstandes der Gesellschaft“.

ll. Kalligraphie und Malerei

Taizong legte großen Wert auf die Kalligraphie (Schreibkunst). Er richtete den Hongwen- Palast ein und wies bekannte Kalligraphen an, Schüler zu unterrichten. Er erließ einen Befehl, dass alle Beamten, deren Rang über dem 5. Grad lag, an, in den Hongwen Palast zu gehen, um die Kalligraphie zu lernen. Taizong lobte die Kalligraphie von Wang Xizhi, eines der großartigsten Kalligraphen, als „vollkommen, sowohl was die Tugend als auch was die Kunst betrifft“ und verteidigte Wang Xizhis Stil seiner Schreibkunst. Kalligraphie war also auf einem orthodoxen Weg. Unter dem Einfluss von Taizong liebten und verteidigten auch spätere Kaiser wie Gaozong und Zhongzong gute Kalligraphie. Daher erreichte die Kalligraphie unter der Tang Dynastie ihren Höhepunkt. Die Tang Dynastie erstellte unter allen Dynastien die meisten Kalligraphen. Um nur ein paar zu benennen: Ouyang Xun, Yu Shinan, Yan Zhenqing und Liu Gongquan. Ihre Arbeiten dienen noch heute den Kalligraphie-Liebhabern zum Vorbild.

Der Malereikreis war während der Tang Dynastie sehr aktiv und der Rang seiner Subjekte war so weit verbreitet, wie nie zuvor.

„Ein wahres Porträt von Taizong“ und „Die 24 Beamten mit großen Verdiensten“ des Malers Yan Liben waren dem Leben sehr nahe und zeigten lebhaft das Aussehen und den Ausdruck von Taizong und seiner Beamten, deren große Leistungen die Fundamente für das Gedeihen der Tang Dynastie legten. Yan wurde deshalb als „göttlicher Maler“ bezeichnet.

Ein anderer Maler, Wu Daozi, machte über 400 buddhistische und daoistische Wandmalereien in Tempeln in Chang’an und Luoyang. Jede dieser buddhistischen bzw. daoistischen Figuren war anders als die anderen; außerdem zeigten seine Malereien die mächtige Würde von Buddhas und Gottheiten sowie den Glanz der Paradiese. Er konnte eine Malerei mit einer schwungvollen Bewegung des Pinsels beenden und seine Malereien versetzten die ganze Stadt Chang’an in Ehrfurcht.

Spätere Generationen achteten ihn als den „Heiligen der Malerei“ und beschrieben seine Werke wie folgt: „Er bewegte den Pinsel wie ein Wirbelwind, als ob ihm ein Gott beistehe.“ Maler und Bildhauer bewerteten ihn als den „Gründungs-Meister“. Er war und bleibt sehr einflussreich.

Auch Wandmalerei und Bildhauerei machten während der Tang Dynastie große Fortschritte. Sie hatten hervorragende Kompositionen und reiche Farben, aufwendig und trotzdem elegant, glänzend und doch ruhig. Sie waren wirklich prächtig und anmutig. Zum Beispiel „Das westliche reine Land“, eine Malerei in den Ausgrabungen Mogao von Dunhuang, zeigte die großartige Szene eines himmlischen Paradieses mit einer Menge von Buddhas, Bodhisattvas und Lebewesen mit einem strahlenden Blick und lebhaftem Ausdruck; dies ist wirklich Ehrfurcht gebietend und bezaubernd.

lll. Musik und Tanz

Die Musik und der Tanz der Tang-Ära benutzten die schönsten Bewegungen der vorhergehenden Generationen und nahm das Beste von vielen Minderheiten und fremden Ländern des Westens an. Musik und Tanz sind eine wirkliche Widerspiegelung einer friedlichen und blühenden Gesellschaft hunderter von Nationen und verschiedener Nationalitäten in vollkommener Harmonie.

Tang Musik und Tanz sind großartig und prächtig. Dichtkunst und Prosa sind in den Liedern und Oden dargestellt. Die Instrumente waren sehr unterschiedlich und enthielten unter anderem die Zither, die chinesische Harfe und Trommeln; die Tänze waren graziös und sanft, die Kostüme farbenfroh und vielfältig. Unter der Tang Musik gab es auch die „Qingshang Musik“, die traditionelle Musik enthielt, die so weit zurückliegend begann wie die Han Dynastie; es gab auch die „Nordwest Land Musik“ und „Goryeo Musik“, die ihren Namen von jenem Ort hatten, aus dem sie stammte.

Die Originalstücke, die während der Tang Dynastie zusammen getragen wurden, waren eine Zusammenstellung von Musik, Tanz und Dichtkunst, oft in Form großer, vielschichtiger Vorführungen. Eine der bekanntesten Aufführungen, die in der Tang Dynastie geschaffen wurde, war „Li Shimin verteidigt Liu Wuzhou“, ein großes majestätisches Schauspiel von Musik und Tanz, die Taizongs tugendhaftes Kunststück beschreibt und preist, einen tückischen Feind zu beseitigen, die Nation zu vereinigen und den Menschen Frieden zu bringen. Die Musik wurde sehr beliebt und wurde sogar in Ländern außerhalb Chinas verbreitet.

lV. Ideologie und Glauben

Die Tang Dynastie ist eine Zeit, in der sich der Konfuzianismus, der Buddhismus und der Daoismus immer weiter zu ihrem Höhepunkt an Beliebtheit hin entwickelten. Die Lehren dieser drei Schulen half dazu, die Ideologie und das Verhalten der Menschen zu regulieren und betraf alle Gesichtspunkte der Gesellschaft. Dadurch konnte die ganze Gesellschaft einen hohen moralischen Standard beibehalten. So erreichte die Tang Dynastie ein ruhmreiches Niveau.

Taizong achtete nicht nur den Konfuzianismus, sondern unterstützte gleichermaßen den Buddhismus und Daoismus. Während der Tang Dynastie gab es ein ganzes System, um sowohl Himmel und Erde als auch die Gottheiten zu verehren. Die Menschen achteten den Himmel und glaubten an Gott. Die Wissenschaftler achteten den Daoismus und befürworteten tugendhaftes Verhalten, wobei sie sich für das Wohlergehen der Menschen und das Gedeihen der Gesellschaft verantwortlich fühlten.

Der Konfuzianismus lehrt die Menschen: „Ein barmherziger Mensch liebt andere“, die daoistische Schule lehrt: „Zum Dao erleuchten und die Wahrheit bestätigen“. Die buddhistische Schule lehrt „mit Barmherzigkeit die Errettung anbieten“. Diese orthodoxen Glauben halfen den Menschen, die Grundsätze des Lebens zu verstehen und wie sie ihre reine und barmherzige Natur bewahren. Die Menschen jener Zeit waren bestrebt, die Wahrheit zu suchen und ein tugendhaftes Herz zu bewahren.

Taizong erließ einen Befehl, dass einige Wissenschaftler das Buch „Fünf Klassiker des Konfuzianismus“ zusammenstellen sollten, das dann das Standardlehrbuch für Studenten als Vorbereitung für die kaiserlichen Examen wurde. Es blieb außerdem ein Standardbuch für spätere Generationen. Der Konfuzianismus wurde so zu den obersten Grundsätzen, welche den Geist und das Verhalten der Menschen disziplinierten.

Auch die daoistischen Lehren wurden in der Tang Dynastie weithin befürwortet. Viele Wissenschaftler wie He Zhizhang und Li Bai suchten das Dao. Bei den schönen Künsten gab es ein besonderes Studium, das buddhistischen und daoistischen Persönlichkeiten gewidmet war. Musiker komponierten für große Daoisten Musikstücke. Der berühmte chinesische Arzt Sun Simiao war ein daoistischer Kultivierender, der sein ganzes Leben lang das Dao kultivierte und den Menschen ärztliche Behandlung zukommen ließ. Er rettete das Leben unzähliger Menschen. Spätere Generationen verehrten ihn mit den Bezeichnungen „Die wahre daoistische Sonne“ und „Der König der Medizin“.

Auch die buddhistischen Doktrinen waren weithin verbreitet. Große Mengen von buddhistischen Schriften wurden in jener Zeit gedruckt und verbreitet. Die Menschen glaubten an das Buddha Dharma (Gebot) und an karmische Verbindungen. Sie veredelten ihr Herz und bemühten sich, barmherzig zu sein. Die Gesellschaft befand sich in großem Frieden und der Geist der Menschen war rein und freundlich.

Der vollendete Mönch Xuanzang mit seinem barmherzigen Herzen war entschlossen, nach Indien zu gehen, um einige buddhistische Schriften zu empfangen. Er verbrachte 17 Jahre damit, eine lange und anstrengende Reise nach Indien und zurück zu unternehmen und er kehrte schließlich mit 657 Schriften zurück. Nach seiner Rückkehr übersetzte er alle diese Schriften im Ci’en Tempel ins Chinesische. Taizong jubelte der Leistung des Mönches zu und gab ihm große Unterstützung.

Darüber hinaus schrieb er persönlich das Vorwort zu Xuanzangs Übersetzungs-Sammlung. Es begann mit einer Einleitung über Himmel und Erde, Yin und Yang, die Verwandlung der vier Jahreszeiten, das Sichtbare und das Unberührbare, das Größte und das Kleinste, dann ging es über zur Macht der Buddha-Lehren und pries die unglaubliche Leistung der Suche nach den Buddhaschriften. Das Vorwort war majestätisch in seiner Wucht, aber trotzdem elegant in seinem literarischen Stil.

V. Kulturaustausch mit benachbarten Ländern

Taizong schlug eine freundliche Auslandspolitik vor: „Höflich Tausende von Nationen umarmen“. Die Regierung von Zhen Guan wurde von benachbarten Ländern sehr bewundert. Mehr als 300 Länder und Volksstämme schickten regelmäßig diplomatische Gesandte nach China. Der kaiserliche Tang Hof gründete deshalb zahlreiche Organisationen, um ausländischen Besuchern ein guter Gastgeber zu sein und um gegenseitige Beziehungen zu pflegen.

Viele Länder in Asien und Afrika schickten Gesandte nach China. Andere Länder nahmen viele Regeln der Tang Dynastie an. Unter denen, die aus dem Ausland in die Hauptstadt Chang’an kamen, um von der Tang Kultur zu lernen, befanden sich Mitglieder königlicher Familien, Gesandte, Studenten, Künstler und Mönche. Chang’an wurde die größte internationale Hauptstadt der damaligen Welt. Die Guozijian (zentrale Akademie des feudalen Chinas) war die am meisten bejubelte Akademie der Welt. Allein Japan hatte 19 Gruppen von Gesandten nach China geschickt, im Gesamten mehr als 5.000. Studenten aus dem Ausland wurden von Tangs höchster Bildungsinstitution Guozijian angenommen. Nach mehreren Jahren Studium konnten die Studenten entweder in einer offiziellen Stellung arbeiten oder in ihre Heimat zurückkehren, um dort unter ihren Landsleuten die Han-Kultur zu verbreiten.

Mönche aus fremden Ländern wohnten in Tempeln und arbeiteten sehr hart, um die buddhistischen Schriften zu studieren. Einige Länder luden in China angesehene Leute ein, um in ihrem Land zu unterrichten. Der Mönch Jianzhen beispielsweise ging sechs Mal nach Japan, wobei er Buddha-Statuen und buddhistische Schriften nach Japan brachte und gleichzeitig den Buddhismus wie auch die Tang Kultur in Japan förderte. Dadurch leistete er dem kulturellen Austausch zwischen China und Japan einen bemerkenswerten Beitrag.

Die Tang Kultur hat ruhmreiche Errungenschaften, die für immer in Chinas Zivilisation leuchten werden. Sie ist außerdem ein Schatz für die ganze Welt geworden, mit ihrem tiefgründigen Inhalt und ihrem großen Einfluss auf die benachbarten Länder. Sie ist die glänzendste Seite in den Annalen der Geschichte. Sie wird ewig der Stolz und die Herrlichkeit der chinesischen Menschen bleiben. Das erfolgreiche himmelsgleiche Königreich und Taizongs aufrichtiges, barmherziges und weitherziges Gemüt wird niemals im Gedächtnis der Menschheit verblassen.

Im heutigen China hat die Kommunistische Partei Chinas die traditionellen moralischen Werte und die traditionelle Kultur zerstört. Die „Parteikultur“ hat den Geist der Menschen durchdrungen und ist charakterisiert durch „Betrug, Bosheit und Gewalt“ und hat damit die Menschen in den gefährlichen Zustand des vollständigen moralischen Zusammenbruchs geführt.

Es gibt einen Ausweg. Diejenigen, die fest an die Wahrheit glauben und die moralischen Werte und die Gerechtigkeit hochhalten, sind die Hoffnung unserer Nation.

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