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Blumen in der europäischen Malerei und ihre Symbolsprache

Die Floriografie, auch Blumensprache genannt, ist seit Jahrhunderten ein Mittel der kryptologischen Kommunikation. Durch die Anordnung bestimmter Blumen konnten verschlüsselte Botschaften an die Empfänger übermittelt werden.

Die Ursprünge der Pflanzensymbolik lassen sich auf die Literatur des Altertums, religiöse Schriften und das dokumentierte Studium der mittelalterlichen Kräuterkunde zurückführen. In der Bibel finden sich viele Beispiele für Bäume, Früchte oder Blumen, die sich für heilige Allegorien eignen.

Schriftsteller und Künstler vom Mittelalter bis zur Renaissance nutzten die Floriografie als Mittel zur Beschreibung und Auslegung religiöser Glaubensinhalte.

Das Blumenmädchen“ des amerikanischen Malers Charles Cromwell Ingham (1786–1863) hält in ihrer rechten Hand eine getopfte Fuchsie. Die Pflanze ist in der modernen Blumensprache ein Symbol für enttäuschte Liebe.


Blumen und die niederländische Malerei

Vor dem 17. Jahrhundert waren Blumen in erster Linie symbolische Dekorationen, die dem Hauptmotiv dienten. Um einem Gemälde mehr Tiefe und Kontext zu verleihen, gab eine Pflanze entweder Hinweise auf die Identität des Dargestellten oder bot eine moralische Beschreibung des Dargestellten.

Ambrosius Bosschaert der Ältere war der erste große niederländische Maler der Botanik und das Oberhaupt einer Künstlerfamilie. Er begründete eine Tradition der Blumenmalerei, die eine ganze Generation von Obst- und Blumenmalern in den Niederlanden beeinflusste.

Bosschaert und andere niederländische Maler bezogen sich bei der Zusammenstellung von Blumenarrangements häufig auf Kräuterbücher und andere botanische Texte. Diese Sträuße vereinten in der Regel Blumen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten in einer Vase und waren bei Mäzenen und Adeligen in ganz Europa sehr beliebt.

Ein Bild des holländischen Malers Ambrosius Bosschaert (1573 – 1621): „Blumen in einer Vase am Fenster“ aus dem Jahr 1618. Das Bouquet ist sorgfältig zusammengestellt; d. h. Bosschaert hat einen Strauß mit dreißig Blumensorten abgebildet, die in der Natur nicht gleichzeitig blühen.

Das vorherrschende Thema dieser Periode des holländischen Stilllebens war das der Vanitas. Eine Vanitas ist ein Kunstwerk, das die Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert, die durch die Aussicht auf Erlösung und Auferstehung aufgehoben wird. Blumen wurden zum idealen Symbol für Vergänglichkeit und Unbeständigkeit.

Die Symbolik einzelner Blumen, Früchte und Insekten

Zu den am häufigsten dargestellten Blumen in niederländischen Vanitas-Werken gehören Nelken, Tulpen, Schwertlilien, Stockrosen und Mohnblumen.

Die Gattung der Nelken, Dianthus, stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Blume des Zeus“. Rote Nelken symbolisieren oft die göttliche oder irdische Liebe.

Der Name der Irisblume stammt aus der griechischen Mythologie. Iris war die Göttin des Regenbogens und eine Botschafterin der Götter. Im Laufe der Jahrhunderte fand die Irisblume Eingang in das Christentum und wurde zum Symbol für göttliche Botschaften, Glauben und Hoffnung.

Der Mohn ist ein Symbol für den ewigen Schlaf, während die Tulpe die heiligmachende Gnade des Heiligen Geistes und die göttliche Liebe symbolisiert.

Die fünfblättrige Rose steht für die Passion Christi und den Akt des Leidens, der den Menschen vor der Bestrafung für irdische Sünden bewahrt.

Die holländischen Vanitas-Werke haben weitere gemeinsame Elemente in ihren Blumenarrangements, wie die symbolische Verwendung von Insekten und Früchten. So versinnbildlicht die Raupe die irdische Existenz des Menschen, während der Schmetterling die Seele darstellt. Die Abbildung eines Nestes voller Eier ist ebenfalls ein altes Symbol für die Wiederauferstehung der Seele.

Blumen haben die Kraft, uns etwas mitzuteilen, ganz gleich, ob wir sie verwenden, um unsere inneren Gedanken für den Empfänger auszudrücken oder um die Schönheit des Göttlichen in der Natur zu bekunden. Blumen können Hoffnung wecken und Trost, Freude und stille Besinnung spenden.



Quelle: Der Bericht wurde für dieses Portal gekürzt. Originalbericht ist nachzulesen auf: https://www.epochtimes.de/feuilleton/die-sprache-der-blumen-a3709494.html#kommentare
Quellenangaben für die Bilder: „Blumenmädchen“ Metropolitan Museum of Art New York: https://www.metmuseum.org/art/collection/search/11207
„Vase mit Blumen im Fenster“ gefunden auf Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ambrosius_Bosschaert_de_Oude_-Vase_of_Flowers_in_a_Window679-_Mauritshuis.jpg?uselang=de
Hochgeladen von User Emha/Mittelhessen/2020 January 21-31

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