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Deutschland: Bewohner in Oberursel zeigen sich sehr besorgt über die schweren Menschenrechtsverletzungen in potentieller chinesischer Partnerstadt

Eine Welle von „China-Fieber“ erfasste unlängst die Stadt Oberursel im Herzen Deutschlands. Im August 2012 begab sich Herr Hans-Georg Brum, der Bürgermeister von Oberursel, auf seine erste Reise in die chinesische Stadt Huludao in der Provinz Liaoning. Die Wahrscheinlichkeit eines Partnerschaftsprogramms zwischen den beiden Städten stand zur Diskussion. Als dann aber Menschenrechtsverstöße im Zwangsarbeitslager der Stadt Huludao in Oberursel aufgedeckt wurden, löste dies große Besorgnis in der Öffentlichkeit aus. Alle wichtigen Lokalzeitungen berichteten darüber mit Eilmeldungen und die üblicherweise ruhige Stadt war aufgewühlt, als wäre ein Stein in einen Tümpel geworfen worden.

Am 10. September 2012 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass Falun Gong-Praktizierende in Oberursel auf die Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) hinwiesen

Mit nur 45.000 Einwohnern liegt die Kleinstadt im Nordwesten nur knapp 20 Kilometer von Frankfurt entfernt, im malerischen Bereich des Hochtaunuskreises.

Am Morgen des Samstags, 08. September, stellten Falun Gong-Praktizierende in einer Fußgängerzone in der Innenstadt von Oberursel einen Informationsstand auf. Sie wollten die Menschen darauf hinweisen, dass es in Huludao, welches ihr Bürgermeister eben besucht hatte, auch noch eine andere Seite gibt: das Zwangsarbeitslager, in welchem Falun Gong-Praktizierende verfolgt werden, weil sie an Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht glauben.

Der Bürgermeister lernt die Fakten kennen

Obwohl Bürgermeister Brum sich ein paar Tage zuvor mit Falun Gong-Praktizierenden getroffen hatte, um sich über die Verfolgung von Falun Gong durch das kommunistische Regime zu informieren, kam er auch am 08. September zu den Aktivitäten der Praktizierenden und sprach über eine Stunde lang mit ihnen.
Herr Jufeng Guo reiste deswegen von Dortmund an, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Als Falun Gong-Praktizierender war er zweieinhalb Jahre lang in mehreren Zwangsarbeitslagern in China illegal inhaftiert. Während dieser Zeit war er etwa sechs Monate lang im Zwangsarbeitslager in Huludao eingesperrt. Über einen Dolmetscher berichtete Herr Guo, Herrn Brum, darüber, wie er dort gefoltert wurde. Weil er aus Protest in Hungerstreik trat, führten die Lagerwärter bei ihm Zwangsernährung durch, wobei sie vier Gefängnisinsassen beauftragten, ihn auf einem Bett festzuhalten, während ein Arzt über die Nase eine Plastiksonde in seinen Magen einführte. Was sie ihm einflößten, war nichts außer Bier. Daraufhin musste sich Herr Guo übergeben, wobei die Nahrungssonde noch in seiner Speiseröhre steckte. Das Erbrechen und Magenkrämpfe bereiteten ihm unerträgliche Schmerzen. Sein Kehlkopf schwoll an und er litt unter extremen Schmerzen beim Schlucken. Zwangsernährung als Strafe wird bei der Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden häufig eingesetzt.

Herr Guo beschrieb weiter, wie er neun Tage lang in der Adlerposition gefesselt war. Diese Art von Folter wird Totenbett genannt.

Herr Guo zeigte eine Ausstellungstafel mit Fotos von 12 Falun Gong-Praktizierenden, die er in China gekannt hatte. Er sagte, dass sie alle in Zwangsarbeitslagern oder Gefängnissen gestorben seien, weil sie sich weigerten, ihren Glauben an Falun Gong aufzugeben. Herr Cao Yuqiang und Herr Wang Zhehao wurden beide im Zwangsarbeitslager in Huludao verfolgt. Herr Cao starb 2004 in Folge von Folter, er wog damals gerade noch etwas über 80 Pfund. Er war in drei verschiedenen Zwangsarbeitslagern in der Provinz Liaoning inhaftiert gewesen und zuletzt in einem Lager in der Stadt Huludao. Sein minderjähriger Sohn, Cao Xiaodong musste bei seinem Großvater leben. Herr Wang Zhehao wurde im Zwangsarbeitslager in Huludao durch brutale Zwangsernährung gefoltert. Er war erst 27 Jahre alt, als er aufgrund von Verfolgung im Jahre 2004 starb.

Herr Cao Yuqiang

Cao Xiaodong, der Sohn von Herrn Cao Yuqiang

Herr Wang Zhehao wurde im Zwangsarbeitslager Huludao durch brutale Zwangsernährung gefoltert. Er war erst 27 Jahre alt, als er durch die Verfolgung starb

Herr Guo erklärte, dass jene, welche das Zwangsarbeitslager in der Stadt Huludao von außen sehen, sich nicht vorstellen können, was hinter diesen Mauern stattgefunden hat und immer noch stattfindet. Passanten sehen nur gepflegte Häuser, gepflegten Rasen und sogar mit kleinen Tieren darauf. Diese freundliche und einladende Fassade wurde jedoch absichtlich geschaffen, um die schrecklichen Dinge, die im Inneren stattfinden, zu verheimlichen.

Menschen unterschreiben aus Protest gegen die Verfolgung

Ständig kamen am 08. September Menschen an den Stand der Praktizierenden, um ihre Namen unter eine Petition zur Unterstützung der Bemühungen zur Beendigung der Verfolgung von Falun Gong zu setzen. Viele Kaufwillige in Oberursel blieben stehen, um Informationsmaterial mitzunehmen. Viele wussten bereits etwas über China.

Ein Mann im mittleren Alter sagte, er sei Anfang der 80er auf Geschäftsreise in China gewesen. Er war sehr besorgt über das, was da in China passiert und war sich der dortigen Lage sehr bewusst, zum Beispiel, der Tatsache, dass höherrangige Beamte ihre ganzen Ersparnisse (oder eher, ihre illegal erworbenen Geldmittel) zu ausländischen Banken brachten und ihre Familien ins Ausland schickten. Es ist übliche Praxis in dem korrupten kommunistischen Regime. Er bot an, Informationen über Falun Gong an seine Kontakte in China zu schicken.

Ein junges Paar hielt an, um Informationsbroschüren zu nehmen. Nach Anhören einer kurzen Einführung über die Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden in Huludao, sagte die junge Frau, dass das Partnerstadtprogramm selbst mit Menschenrechtsangelegenheiten in Zusammenhang gebracht werden sollte, anstatt sich nur auf ökonomische Vorteile zu fokussieren. Sie sagte, sie sei sehr in Sorge über die Menschenrechtsangelegenheiten und hatte schon vor langer Zeit von der Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh gehört. Sie hofft, dass immer mehr Menschen in Oberursel über die Verfolgung erfahren.
Die Frankfurter Neue Presse und die Frankfurter Rundschau, die beiden wichtigsten Lokalzeitungen, berichteten über diese Veranstaltung. Fünf Bürger in Oberursel wurden für den Bericht interviewt. Sie teilten auch die Meinung, dass Menschenrechtsverletzungen von den Regierungen im Austausch für ökonomische Vorteile nicht länger ignoriert werden dürfen.

Herr Kalmund, ein Falun Gong-Praktizierender, erklärte nach der Veranstaltung, dass das Ziel der Aktivität weder die Verhinderung des Partnerstadtprogramms, noch eine Einwendung gegen die ökonomischen Bindungen zwischen den beiden Städten Oberursel und Huludao sei. Doch niemand sollte ökonomische Vorteile unter Ignorierung dieser abscheulichen Verbrechen der Verfolgung und Morde anstreben. Herr Kalmund sagte, dass Falun Gong-Praktizierende die Verfolgung im Zwangsarbeitslager von Huludao, den Politikern, Zivilorganisationen und Bewohnern von Oberursel weiterhin aufzeigen werden.

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