Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Chinas traditionelle Kultur: Redewendung – „Die Erscheinung resultiert aus den eigenen Gedanken“ (相由心生)

Zeichnung Jane Ku/Epoch Times

Die Redewendung xiāng yóu xīn shēng (相由心生), „Die Erscheinung resultiert aus den eigenen Gedanken“, kann auch übersetzt werden als „Wahrnehmung verändert sich mit dem Gemüt“. Wortwörtlich übersetzt bedeutet dieser Spruch „Die Erscheinung wird im Herzen geboren“; das Schriftzeichen 心 (xīn) wird oft als „Geist“ oder „Gefühl“ verwendet. .

Der Ausdruck soll zum ersten Mal von dem altertümlichen chinesischen Philosophen und Lehrer Guiguzi (鬼谷子), der in der Zeit der Periode der streitenden Reiche (475-221 v.Ch.) lehrte, gebraucht worden sein.

Außerdem findet man ihn in dem „Essay über Geist und Aussehen“ von dem Daoisten Chen Xiyi (陳希夷) während der Song Dynastie (960-1279 n.Ch.).

Die folgende Geschichte erklärt die Bedeutung der Redewendung:

Zeichnung Jane Ku/Epoch Times

Eines Tages ging der junge Su Dongpo, ein großartiges Genie zu Zeiten der Song Dynastie, mit dem Mönch Foyin in einen Tempel um zu meditieren. Nach der Meditation fühlte sich Su sehr behaglich und entspannt. Er fragte den Mönch, wie er denn während der Meditation ausgesehen hätte. Dieser antwortete: „Wie eine Buddha-Statue hast du ausgesehen, so feierlich!“

Su war sehr zufrieden.

Dann fragte der Mönch den jungen Mann, wie er denn während der Meditation ausgesehen hätte. Su antwortete im Spaß: „Du sahst wie ein Haufen Kuhmist aus!“

Der Mönch sagte nichts. Als Su bemerkte, dass der Mönch nicht böse mit ihm war, dachte er, er hätte den Geistlichen übertroffen.

Su hatte eine sehr talentierte jüngere Schwester, Su Xiaomei. Als Su nach Hause zurückkehrte, erzählte er seiner Schwester selbstzufrieden von der Konversation mit dem Mönch.

Seine Schwester dachte eine Weile nach, dann antwortete sie sanft: „Mein lieber Bruder, du hast verloren. Mönch Foyin hat das Herz eines Buddhas, deshalb sah er dich als einen Buddha. Du aber hast ihn angesehen mit einem Herzen voll Kuhmist, also sahst du nur Kuhmist.“

Als er diese Worte gehört hatte, verlor sich Su eine Weile in Gedanken. Er verstand, dass der Mönch seinen Geist so gut kultiviert hatte, dass er stets ein freundliches Herz bewahren konnte, selbst wenn ihm Unrecht geschah.

Diese Geschichte erläutert, dass man die Dinge nur in einem positiven Licht sehen und eine konstruktive Antwort geben kann, wenn man Barmherzigkeit in sich trägt.

Die Redewendung xiāng yóu xīn shēng (相由心生), „Die Erscheinung resultiert aus den eigenen Gedanken“ wird einerseits als Warnung verwendet. Andererseits beschreibt sie, wie Erscheinungen bzw. Ansichten verbessert werden können, indem man seinen Geist verändert.

Anmerkung:

1. Guiguzi lebte 400-313 v.Ch. Sein echter Name war Xu Wang. Er war der Gründer der „Schule der Diplomatie“ innerhalb der Hundert Schulen des Denkens. Viele seiner Schüler wurden sehr bekannt. Einer von ihnen war Sun Bin, der die berühmten „36 Strategeme“ verfasste.

2. Su Dongpo, auch bekannt als Su Shi, war Schriftsteller, Poet, Künstler, Kalligraph, Pharmazeut und Politiker zu Zeiten der Song Dynastie, sowie einer der wichtigsten Poeten der Song Dynastie.

Das Neueste

Archiv