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Geschichten aus dem alten China: Heilen mit ethischen Grundsätzen

Große Mauer in China bei Jinshanling, Provinz Hebei. Der berühmte Arzt Pi Tong wurde in einem südlichen Bezirk von Hebei geboren. Foto: Mark Ralston / AFP / Getty Images

Pi Tong war ein berühmter Arzt der chinesischen Medizin. Er war für seine Weisheit bekannt und in China weithin hoch geachtet für seine hervorragende medizinische Kompetenz und seine edle medizinische Ethik. Er lebte während der Östlichen Han-Dynastie (25-220 n. Chr.). Seine Geschichte erinnert uns daran, dass ein ethisch geführtes Leben ein Opfer sein kann, aber dass es auch großen Lohn bringt.

Neben der Medizin war Pi Tong ein kenntnisreicher Militärstratege und er schrieb außergewöhnlich überzeugende Artikel. Er unterstützte den Kaiser Liuxiu, den Gründer der Östlichen Han Dynastie.

Bei der Behandlung seiner Patienten vergaß Pi Tong sogar zu essen und sich ausruhen. Er behandelte alle seine Patienten gleich und mit großer Sorgfalt, ob sie reich oder arm waren. Wenn er auf die Armen traf, dann gab er ihnen manches Mal kostenlose Behandlungen und Medizin, und er trug großzügig dazu bei, ihnen zu helfen. Wenn er Könige oder hohe Beamte behandelte, verlangte er nie mehr als seine üblichen Gebühren.

„König der Heilkunst“

Einmal wurde eine Prinzessin krank und man rief nach Pi Tong. Er diagnostizierte eine chronische Verdauungsstörung, die zu einem Problem beim Appetit geführt hatte. Er bereitete eine Pille für die Prinzessin. Nachdem die Prinzessin sie genommen hatte, reagierte sie sofort mit starker Übelkeit und Erbrechen. Dann begann sie, viel Wasser zu trinken. Einige Tage später kehrte ihr Appetit wieder zurück und ihr Zustand verbesserte sich.

Pi Tong hatte Angst, dass der Kaiser die Prinzessin ihm verloben würde, und daher kehrte er hastig in seine Heimatstadt zurück.

Doch voller Dankbarkeit verlieh ihm der Kaiser den Titel „König der Heilkunst“ und später wurden Tempel in Pi Tongs Heimatstadt gebaut.

Ein treu ergebener Sohn

Kurz nachdem ihm diese Ehre zuteil geworden war, hörte Pi Tong, dass der südliche Teil von China von einer Seuche heimgesucht worden war, so verließ er seine Heimatstadt und reiste in die Katastrophengegend, um dort Patienten zu behandeln. Doch nachdem er sein Zuhause verlassen hatte, wurde seine Mutter krank.

Pi Tongs Bruder schickte einen Brief an ihn und beschrieb die Symptome ihrer Mutter. Pi Tong war sehr besorgt über die Krankheit seiner Mutter, aber er hatte zu viele Patienten, um den Süden zu verlassen, und aus der Ferne konnte Pi Tong keine Medizin finden, um ihre Krankheit zu behandeln.

Seine kranke Mutter vermisste Pi Tong sehr, so entschloss sich sein Bruder, ihre Mutter in den Süden zu Pi Tong zu bringen.

Sobald sie angekommen waren, begann Pi Tong, seine Mutter zu diagnostizieren, aber er konnte ihre Krankheit nicht heilen, weil er keine geeignete Medizin finden konnte. Nach einiger Zeit wurde seine Mutter krank vor Heimweh, so bat Pi Tong seinen Bruder, sie wieder zu sich nach Hause mitzunehmen.

Ihr Abschied war sehr traurig. Mit Tränen in den Augen sagte Pi Tong zu seiner Mutter: „Ich weine nicht, dass ich kein guter Sohn bin, sondern dass ich nicht klug genug bin, um die richtige Medizin für Sie zu finden. Auch wenn ich die Krankheiten von so vielen Menschen heilen kann, so kann ich doch die Krankheit meiner eigener Mutter nicht behandeln, weil es so schwierig ist, die Medikamente für diese Krankheit in dieser menschlichen Welt zu finden. Nur durch die Gnade der Götter, als Belohnung für meine Bemühungen, andere Menschen zu retten, werden Sie die richtige Medizin finden.“

Er wünschte seiner Mutter alles Gute und sagte, sie sollte gut auf sich selbst aufpassen und sehen, ob sie das Glück haben würde, die Medizin, die sie benötigte, in der Zukunft zu finden.

Auf ihrem Weg nach Hause, wurde Pis Mutter sehr durstig, aber sie waren weit entfernt von allen Dörfern und sie konnten kein sauberes Wasser finden. So verließ Pi Tongs Bruder seine Mutter am Straßenrand und ging, um Wasser zu suchen, das er ihr geben könnte. In einem Eschenwald fand er einen Totenkopf mit etwas Regenwasser und zwei kleine Schlangen, die darin spielten. Der Bruder verteilte die beiden Schlangen und brachte das Wasser zu seiner Mutter. Er sagte: „Meine liebe Mutter, bitte schließen Sie die Augen und trinken Sie alles Wasser aus dem Schädel." Seine Mutter war so durstig, dass sie ihre Augen geschlossen hielt und das Wasser schluckte. Danach fühlte sie sich viel besser.

Später auf ihrer Reise kamen sie zu einem kleinen Dorf. Seine Mutter war sehr hungrig, aber es gab keine Gaststätte im Dorf, so war sein Pis Bruder gezwungen, von den Dorfbewohnern etwas zu erbetteln.

Zum Glück gab es eine Familie im Dorf, in der es gerade zwei neugeborene Zwillinge gegeben hatte. Die Dame des Hauses war blind, während der Herr verkrüppelt war, aber sie waren sehr glücklich, die Zwillingssöhne zu haben. Sobald sie hörten, dass ein Bettler draußen war, gaben sie dem Bettler was vom Essen der Mutter übrig war – eine Schüssel Reis und ein Ei, aber das Ei hatte zwei Dotter.

Nachdem sie den Reis und das Ei gegessen hatte, fühlte sich Pis Mutter viel stärker und sie schaffte es zu Fuß zurück in ihre Heimatstadt. Eine kurze Zeit später hatte sich Pis Mutter vollständig von ihrer Krankheit erholt.

Danach bekam der Bruder einen Brief von Pi Tong, in dem dieser schrieb: „Wenn unsere Mutter etwas natürliches Wasser trinken kann, in dem zwei kleine Drachen spielen, und wenn Sie ein doppeltes Eigelb und Reis essen kann, das eine blinde Frau gekocht hat, mit einem verkrüppelten Mann, dann kann ihre Krankheit geheilt werden. Jedoch, weil diese Dinge sehr schwer zu bekommen sind, wird ihre Krankheit nur durch einen Zufall geheilt werden." Er drückte auch seinen dringenden Wunsch aus zu wissen, wie es ihrer Mutter ging.

Pi Tongs Bruder war sehr überrascht zu erfahren, dass das, was seine Mutter auf dem Heimweg erhalten hatte, genau das war, was durch Pi Tong verschrieben war. Er schrieb einen Brief zurück an Pi Tong und berichtete, dass die Krankheit ihrer Mutter durch die besonderen Methoden, die er beschrieben hatte, geheilt wurde.

Sobald Pi Tong seines Bruders Brief erhielt, kamen ihm wieder die Tränen in die Augen, und er sagte: „Es ist also wahr, dass gute Menschen belohnt werden. Ich danke den Göttern für die Bereitstellung der Medikamente für meine Mutter, die sie brauchte, um ihre Krankheit zu heilen. Ich, Pi Tong, werde auch weiterhin den Gesetzen des Universums folgen und noch mehr gute Taten tun und mehr Menschen retten, um meine Dankbarkeit für die Barmherzigkeit der Götter zum Ausdruck zu bringen."

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