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Australien: Dokumentation „Hard to Believe“ inspiriert Debatte über weltweite moralische Verantwortung

Am 28. Oktober 2015 wurde im Landesparlament von New South Wales die Dokumentation „Hard to Believe“ (dt. „Schwer zu glauben“) gezeigt. Nach der Vorführung gab es unter den anwesenden Regierungsbeamten eine Debatte über moralische Verantwortung unter dem Vorsitz des Parlamentsabgeordneten David Shoebridge von den Grünen. Der Autor und Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann nahm an der Debatte per Videokonferenz teil.

Die Vorführung im Landesparlament hatte die australische Organisation „Lawyers for Human Rights“ (dt. „Anwälte für Menschenrechte“) befürwortet.

<b<Dokumentation belegt Chinas Netzwerk, um auf Bestellung töten zu können

Die Dokumentation untersucht ein lukratives, jedoch abscheuliches Geschäft in China. Dabei haben das staatlich kontrollierte Justizsystem, Gefängnisse, Zwangsarbeitslager, Militärkrankenhäuser und Ärzte ein Netzwerk aufgebaut, um lebenden Falun Gong-Praktizierenden die Organe zu entnehmen und diese an Transplantationspatienten zu verkaufen. Faktisch wird „auf Bestellung getötet“.

Parlamentsabgeordneten von New South Wales David Shoebridge

Transplantations-Ethikerin und Professorin der Universität Bond Katrina Bramstedt (links) und Doktor der Medizin Maria Fiatarone Singh, Professorin der Universität Sydney und Mitglied des medizinischen Beratungskomitees von „Doctors Against Forced Organ Havesting“

Für Nathan Kennedy, Präsident der australischen „Lawyers for Humun Rights“, reicht es nicht, nur das Angebot und den Bedarf für Organe in Australien auszugleichen, um die schwerwiegenden Menschenrechtsverstöße gegen tausende Gefangene aus Gewissensgründen in China zu lösen. Seiner Ansicht nach sollte die Welt in China eingreifen, weil „wir es nicht einfach ignorieren können“, da (gewaltsame Organentnahme) ein anhaltendes Thema ist, dass man einfach „angehen“, „untersuchen“ und „lösen“ muss.

Der Autor und Enthüllungsjournalist Ethan Gutmann war Reporter in Peking, als Jiang Zemin 1999 die Verfolgung von Falun Gong begann. Er wurde sowohl Zeuge der Beliebtheit von Falun Gong vor der Verfolgung als auch von der Grausamkeit der Verfolgung.

Als der gewaltsame Organraub in China im Jahr 2006 von den Medien aufgegriffen wurde, leitete er eine Untersuchung ein, die fünf Jahre dauerte. Dazu gehörten Recherchen vor Ort und zahlreiche Interviews mit Betroffenen. In seinem Buch The Slaughter schätzt er, dass ungefähr 65.000 Falun Gong-Praktizierende wegen ihrer Organe umgebracht wurden. Darin weist er auch darauf hin, dass dieser Organraub in China bis zum heutigen Tag andauert.
Chinesisches Konsulat droht Parlamentsabgeordneten

Herr Shoebridge merkte an, dass das chinesische Konsulat Parlamentsabgeordneten vor zwei Monaten gedroht habe, damit diese nicht an einer Besprechung über den internationalen Organhandel im Parlament teilnehmen.

In der Besprechung wurde das Parlament dazu gedrängt, ein bestehendes Gesetz zu erweitern, um unethische Transplantationen im Ausland zu verbieten.

Der Präsident des Legislativrats New South Wales Don Harwin erhielt einen Brief vom chinesischen Konsul einen Tag vor dem Ereignis. In dem Brief hieß es, dass ein solches Treffen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern schade.
Unterschied Organraub und Organspende

Die weltbekannte Transplantations-Ethikerin und Professorin der Universität Bond, Katrina Bramstedt erklärte den Konflikt zwischen Transplantation und Organraub. Sie brachte vor, dass eine Organ-Transplantation ein medizinisches Wunder sei, das auf einer Organspende beruhe, einem „Geschenk des Lebens“ und nicht darauf, einem zum Tode verdammten Opfer ein Organ zu entreißen.

Weiter führte sie aus, dass die chinesischen Regierungsbeamten keinerlei Scham bezüglich des Organraubs zeigen würden, da sie ein anderes moralisches System hätten als der Rest der Welt.

Professorin Bramstedt ist besorgt, dass ein verzweifelter Patient eine unethische Entscheidung treffen könnte, um das eigene Leben zu retten. Sie warnte auch ihre Arztkollegen: „Wir dürfen niemandem schaden.“

Maria Fiatarone ist Doktor der Medizin und Professorin der Universität Sydney. Sie ist auch Mitglied des medizinischen Beratungskomitees von „Doctors Against Forced Organ Havesting“ (dt. „Ärzte gegen gewaltsame Organentnahme“). Maria Fiatarone erklärte, dass Australien teilweise für die aktuelle Situation in China verantwortlich sei, denn hunderte chinesischer Ärzte hätten in Australien die Technik der Organ-Transplantation gelernt und danach in ihrer Heimat das System errichtet. Sie drängte die Öffentlichkeit dazu, Gerechtigkeit zu erwirken „für die Familien der Opfer, da es unsere Nachbarn sind. Es ist unsere Pflicht, sie so zu beschützen, wie wir uns selbst schützen würden.“

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