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Geschichten, wie Menschen im Altertum bereuten und neu anfingen – Teil IV

http://de.clearharmony.net/articles/a115501-Geschichten-wie-Menschen-im-Altertum-bereuten-und-neu-anfingen-Teil-I.html
http://de.clearharmony.net/articles/a115505-Geschichten-wie-Menschen-im-Altertum-bereuten-und-neu-anfingen-%E2%80%93-Teil-II.html
http://de.clearharmony.net/articles/a115517-Geschichten-wie-Menschen-im-Altertum-bereuten-und-neu-anfingen-Teil-III.html

4. Wang Zhongcheng: Tugendhaftigkeit ändert den Lebensverlauf

Wang Zhongcheng lebte in der Zeit der Qing Dynastie (1644 – 1912 n. Chr.) in der Stadt Yangzhou in China. Sein Vater starb, als er noch jung war. Seine Familie war sehr arm. Wang bestritt seinen Lebensunterhalt mit dem Verfassen von Schriftsätzen für andere Personen. Mit seinen Einnahmen unterstützte er seine Mutter. Um eine Regierungsposition zu bekommen, musste er sich einer Prüfung unterziehen. Doch mehrere Versuche schlugen fehl.

Ein ernüchternder Traum

An einem Neujahrsabend hatte Wang diesen Traum:
Er wurde in ein großartiges Büro gebracht. In der Mitte des Raumes saß ein Kaiser, der sehr beeindruckend wirkte. Einige seiner Assistenten hielten eine lange Namensliste und der Kaiser traf Anordnungen für bestimmte Personen. Als er an die Reihe kam, baten ihn seine Assistenten, näherzukommen. Der Kaiser warf ihm ein Pamphlet zu, auf dem sein Name stand.

Das Pamphlet besagte, dass er für eine hohe Position vorgesehen war und nur eine Prüfung bestehen musste. Dieses Arrangement wurde jedoch widerrufen, weil er in einem Schriftsatz falsche Angaben gemacht hatte und unschuldige Menschen ins Unglück gestürzt hatte. Sein Glück wurde storniert.

Der Kaiser fragte ihn: „Verstehst du das?“ Wang verbeugte sich mehrmals und flehte um Gnade. Der Kaiser sagte: „Ich werde dir eine weitere Chance geben, weil du deiner Mutter gegenüber deine Pflichten erfüllst. Wenn du dich sofort korrigierst, werde ich dir die Segnungen wieder zurückgeben. Wenn du das nicht tust, wirst du es mit deinem Leben bezahlen." Der kaiserliche Assistent stieß Wang beiseite und Wang erwachte aus seinem Traum.

Der Traum war sehr aufschlussreich. Wang war entschlossen, sein Fehlverhalten wiedergutzumachen. Aber er hatte kein Geld, um den Armen zu helfen, deshalb wollte er seine Schreibfähigkeiten nutzen, um gute Taten zu vollbringen. Er versuchte, zwischen den streitenden Parteien zu vermitteln und lehnte es ab, Schriftsätze für die falsche Seite zu verfassen. Er schrieb sehr überzeugend und half denen, die gute Gründe hatten, ihre Seite aber nicht gut darstellen konnten.

Den weniger Glücklichen helfen

Eine Nachbarin von Wang, eine Witwe, erwartete ein Baby. Ein Mann aus ihrer weitläufigen Verwandtschaft verleumdete die Witwe und behauptete, das Baby, das sie erwarte, sei nicht von ihrem Ehemann. Darauf wurde die Witwe zu ihren Eltern heimgeschickt und durfte das Erbe ihres Mannes nicht antreten. Die Witwe war wegen dieser Ungerechtigkeit sehr betrübt und wollte sich sogar das Leben nehmen. Ihre Eltern wollten aus Angst keine Klage für sie einreichen.

Wang Zhongcheng besuchte die Eltern, verfasste eine Klageschrift für sie und ermutigte sie, für Gerechtigkeit einzutreten. Dann traf er sich mit den Geschwistern und angesehenen älteren Verwandten der Frau und sagte ihnen, dass er ihren Fall dem Kreismagistrat vorlegen möchte.

Einige von ihnen fühlten sich bei dieser Sache unbehaglich und wollten nicht mit hineingezogen werden. Wang sagte: „Es ist eine aufrichtige und barmherzige Sache, eine anständige Frau und ihr Baby zu schützen. Meine Aufgabe und Verantwortung ist es, ihr zu helfen; ich habe auch die Qualifikation dazu. Ich übernehme diese Klage nicht aus Eigennutz.“ Einige waren von seiner ehrenhaften Absicht berührt und erklärten sich bereit, der Witwe zu helfen.

Der Kreismagistrat nahm den Fall an und stellte eine Untersuchung an. Der Mann gestand, die Witwe ungerechtfertigt beschuldigt zu haben. Das Ansehen der Witwe wurde wiederhergestellt.

Ihre Eltern boten Wang als Dank mehrere Goldmünzen an, doch er lehnte sie ab.

Das Glück wendet sich

Schon bald darauf hatte Wang einen weiteren Traum:
Derselbe Kaiser sagte gütig zu ihm: "Ich erkenne deine Bemühungen an, du hast dein Fehlverhalten rasch korrigiert. Dir wird Gnade gewährt. Mein ursprünglicher Plan war, dass ich dich nächstes Jahr zur Prüfung zulasse. Doch der Himmel ist so bewegt von deiner Barmherzigkeit, dass dir diese Gnade schon dieses Jahr gewährt wird. Fahre fort mit deinen barmherzigen Handlungen, deine zukünftige Gnade wird außerordentlich sein.“

Wang dankte ihm. Als der kaiserliche Assistent ihn aus dem Büro hinausgeleitete, grüßten ihn ein älterer und ein junger Mann. Es handelte sich um ihren verstorbenen Mann und seinen Vater. Sie dankten Wang für die Rettung der Mutter, des Kindes und ihres Familienbesitzes. Der ältere Mann wusste, dass Wang keine Kinder hatte. Er zeigte auf seinen Sohn und sagte: „Ich habe vor, die für die Reinkarnation zuständigen Beamten zu bitten, diesen jungen Mann als deinen Sohn reinkarnieren zu lassen.“

Wie in dem Traum vorhergesagt, absolvierte Wang das Examen und wurde Regierungsbeamter.

Seine Frau gebar im gleichen Jahr einen Sohn. Der Sohn wuchs auf und wurde ein Beamter, der die Verwaltungsprüfung mit „sehr gut“ bestand und den ersten Preis gewann.

Die Schreibbegabung kann, genauso wie andere Fähigkeiten, eingesetzt werden, um Menschen zu retten. Ganz gleich, um welches Gebiet es sich handelt, man kann sich für Gerechtigkeit einsetzen und Menschen in Not helfen.

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