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Geschichten von Menschen in alten Zeiten, die bereuten und neu anfingen

In alten Zeiten wurde es als tugendhaft und edel betrachtet, wenn man Fehler eingestehen und korrigieren konnte. Diejenige, die in der Lage waren, ihre eigene Unvollkommenheit zu sehen und sich zu verbessern suchten, wurden sehr bewundert. Ein Sprichwort besagt: „Wer macht keine Fehler? Hut ab vor jenen, die sich ihre Fehler eingestehen und sich ändern.“

Nun folgen einige Geschichten von historischen Figuren, die in ihrem Leben einen Neubeginn starteten, über sich hinauswuchsen und erfolgreich wurden.

1. Huangfu Mi: ein bekannter Gelehrter

Huangfu Mi (215-282 n.Chr.) war ein Gelehrter, der für seine Errungenschaften und seinen Einfluss im Bereich der Literatur und Medizin bekannt wurde. Als ein ideenreicher Schreiber behandelte er in seinen Werken verschiedenste Themen, darunter Geschichte, Ethik, Literatur und Medizin. Das Buch „Die Lehren der Akupunktur“ ist das erste systematische Forschungswerk, in dem Theorie und Praktik der Akupunktur diskutiert werden und das sich als eines der einflussreichsten erweisen sollte.

Ein herumlungernder Teenager

Huangfu Mis Leben überdauerte drei Dynastien. Er wurde in der östlichen Han Dynastie geboren (215-220 n.Chr.), wuchs in der Zeit der Drei Königreiche auf (220-265 n.Chr.) und starb zur Zeit der westlichen Jin Dynastie (265–317 n.Chr.).

Seine Mutter starb als er noch sehr klein war und so wurde er von seinem Onkel und seiner Tante adoptiert. Im Alter von 15 Jahren zogen seine Adoptiveltern aus dem Landkreis Lingtai, Provinz Gansu in den Landkreis Yingchi, Provinz Henan.

Als Teenager lungerte Huangfu Mi oft mit den Nachbarskindern herum. Mit 20 Jahren war er immer noch ungebildet und kannte sich weder in Geschichte, Philosophie, Literatur noch in Religion aus. Mit diesen Gebieten war jeder andere junge Mann in seinem Alter bereits vertraut.

Eines Tages fand er einige süße Melonen und brachte diese seiner Ziehmutter. Als er sie ihr übergab, fing sie an zu weinen: „Du bist schon 20 Jahre alt und bist immer noch so ungebildet. Es schmerzt mich im Herzen, zu sehen, wie viel wertvolle Zeit du verschwendest. Wenn du wirklich ein guter Sohn sein willst, dann sollst du hart lernen und dich gut in Geschichte, Literatur und anderen Dingen auskennen, die junge Männer deines Alters beherrschen sollten. In alten Zeiten zog die Mutter von Mencius drei Mal um, um eine gute Anstellung für ihren Sohn zu finden. Kann es sein, dass ich versagt habe, eine gute Nachbarschaft zu finden, die einen positiven Einfluss auf dich hat? Wie kann es sein, dass du immer noch kein Interesse daran hast, Bücher zu lesen und deine Moral zu kultivieren?”

Huangfu Mi kamen die Tränen und er versprach, einen Neuanfang zu machen und nie wieder Zeit zu verschwenden. Danach las er unaufhörlich Bücher und ließ keinen Tag aus. Sogar während der Arbeit auf dem Feld las er in seiner Pause. Je mehr er las, desto stärker war auch seine Willenskraft und er wurde ruhiger.

Ein ideenreicher Schreiber, der danach strebte, einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben
Als Huangfu Mi 26 Jahre alt war, strebte er eine Karriere als Schriftsteller an. Er wollte Bücher schreiben, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft ausübten.

Wegen seiner vielfältigen Interessen behandelte Huangfu Mi in seinen Werken verschiedenste Themen.
Eine Richtung seiner Bücher thematisierte die soziale Hierarchie. Es heißt, sie trugen sehr zur Erziehung und Bildung bei.

Ein anderes Gebiet, über das er schrieb, war die Geschichte. Als er merkte, dass es nur wenig Literatur über die Ereignisse vor der Han-Dynastie gab, stellte er das Buch „Imperiales Jahrhundert“ zusammen, ein großes Werk, in dem historische Ereignisse von der „Ära der Drei Kaiser“ bis hin zur früheren Dynastien beschrieben wurden. Außerdem schrieb er noch einige andere Bücher über unterschiedliche historische Perioden.

Zuletzt schrieb er ein Buch, in dem er lobend hervorhob, dass die edlen Menschen in alten Zeiten sehr an ihren Wertvorstellungen festgehalten hatten und sich niemals einer Macht oder dem Streben nach Ruhm und Reichtum gebeugt hatten. „Die Biografien der 91 Eremiten“, „ Die Biografie eines Einsiedlers“, „Die Biografie einer Frau, die loyal zu ihrem Mann hält“ waren solche Beispiele.

Da Huangfu Mi in einer Zeit lebte, in der die Machthaber öfters wechselten und neue Dynastien heran brachen, konnte er beobachten, wie viele Menschen sich von Ruhm und Reichtum verführen ließen. Er verabscheute solche wankelmütigen Menschen, die ihre Wertvorstellungen und Moral fallen ließen, um den Machthabern zu gefallen. Hingegen achtete er diejenigen, die sich nicht durch Reichtum, Armut, Elend oder Macht bewegen ließen. Er schrieb Bücher, um seine Landsleute zu ermutigen, ihren Moralvorstellungen treu zu sein und Tugend zu bewahren.

Das vierte Gebiet, über das er schrieb, war die Medizin. Als er eines Tages selbst erkrankte, wurde Huangfu Mi die Wichtigkeit der Medizin bewusst. Das kommt auch in seinen Worten zum Ausdruck: „Ganz gleich, wie loyal wir gegenüber dem Kaiser sind oder wie gut wir unsere Eltern behandeln, nützt das doch alles nichts, wenn wir krank werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit der Medizin auskennen.“

Er stellte das Buch „Die Lehren der Akupunktur“ zusammen, in der er die 349 Akupunkturpunkte auflistete, ihren genauen Standort sowie ihre Verbindung zu den Energiekanälen im Körper beschrieb. Er beschrieb auch, wie Musik und der Geisteszustand eines Menschen die Funktion der inneren Organe beeinflussen. Dieses Buch wurde zur Pflichtlektüre für Medizinstudenten und er wurde als „Vater der Akupunktur“ bezeichnet.

Huangfu Mi legte immer Wert darauf, dass seine Werke eine positive Wirkung auf die Menschen und die Gesellschaft ausübten. Er war gegen Übertreibung und aufgeblähte leere Floskeln.

Ein edler Mann bleibt sich selbst treu

Obwohl Huangfu Mi sehr bekannt wurde, blieb er bescheiden und interessierte sich nicht für Ansehen oder Ruhm. Als ihm geraten wurde, seinen Freundeskreis zu erweitern, um seinen Ruhm zu vergrößern, wünschte er sich stattdessen ein einfaches Leben.

In der Tat schlug er mehrere Einladungen, am kaiserlichen Hof zu dienen, aus. Als ihn Kaiser Wudi mit dem Titel „Hofgelehrter“ auszeichnen wollte, schlug er die Ehre aus und bat um Entschuldigung. In seinem Brief an den Kaiser schrieb er: „Ich habe gehört, dass der weise Kaiser von vielen Beamten umringt ist, die mutig genug sind, die Wahrheit auszusprechen. Auch betreibt der Kaiser eine milde und nachsichtige Politik, die Menschen einlädt, ihre Probleme zu äußern. Einen weisen Herrscher, wie Seine Majestät es ist, bitte ich darum, mich auf das Schreiben und Ausüben der Medizin konzentrieren zu dürfen.” Kaiser Wudi gestattete ihm seinen Wunsch und schickte ihm darüber hinaus noch einen ganzen Karren voller Bücher zum Lesen.

Da Huangfu Mi ständig am Lesen und Schreiben war, war er in den Augen von anderen bereits zu intelligent. Als manche zu ihm sagten, dass man kürzer leben würde, wenn man zu viel arbeitete, antwortete er: „Wenn man das Dao am Morgen erhält, kann man am Abend sterben. Die Lebensspanne eines Menschen wird vom Himmel bestimmt.”

Er wies darauf hin, dass das Leben nur dann verlängert würde, wenn man Ruhm und die persönlichen Interessen leicht nehmen könne. Und nur wenn man Reichtum und Macht vermeide, könne man das wahre Dao erreichen. Er schrieb sogar einen Artikel, in dem er seinem Wunsch nach einem einfachen Leben, ohne die Last der materiellen Interessen und des Ruhmes, Ausdruck verlieh. Stattdessen verehrte er die Harmonie zwischen Himmel und Erde. (Buch der Jin Dynastie)

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