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Alte chinesische Geschichten: Wie man sich vor Lust und Begierde schützt – Teil IV

12. Der Federfächer des Kongming

Zhuge Liang, auch bekannt als Kongming, wählte eine Frau als Gemahlin, die man auf keinen Fall als eine Schönheit bezeichnen konnte. Diese Geschichte wurde Generation für Generation weitergegeben und die Leute hören sie noch heute gerne. Über Zhuge Liang gibt es viele reizvolle Legenden, und eine davon ist die mit dem Federfächer.

Als er noch ein Kind war, hatte Zhuge Liang einen exzellenten Lehrer, der ihn die Kunst der Kriegsführung beibrachte und ihn die Veränderungen im Himmel und auf der Erde lehrte. Als er einen Ausflug in die Berge machte, bemerkte er eine Hütte. Eine schöne junge Dame trat vor die Türe und winkte Zhuge zu sich. Sie lud ihn zu einer Tasse Tee und zum Schachspielen ein.

Sie bot ihm an: „Sie können jederzeit zu einem guten Schachspiel vorbeikommen.“ Zhuge besuchte sie jeden Tag und amüsierte sich blendend. Ab dieser Zeit war er kein aufmerksamer Schüler mehr und konnte nicht mehr aufnehmen, was er in seinen Büchern las, selbst wenn er eine Passage mehrere Male las. Sein Lehrer ließ sich nicht täuschen.

Er sagte: „Es ist sehr leicht, einen Baum zu zerstören, jedoch schwierig, einen Baum zu pflanzen! Du bist von ihrer Schönheit geblendet und fühlst dich zu ihr hingezogen. Weißt du, dass sie ein göttlicher Kranich aus dem Himmel ist? Kommt sie nicht oft in diese Welt, um Sterbliche zu verführen?“

Zhuge fühlte sich beschämt und bat seinen Lehrer um Rat. Der Lehrer überreichte ihm seinen Gehstock und sagte: „Sie nimmt jeden Tag ein Bad im See. Dies ist eine gute Gelegenheit, ihre Kleider zu verstecken. Sie wird dich aufspüren um mit dir abzurechnen, selbst wenn sie ihre Kleider nicht finden kann. Nimm dann diesen Stock und schlage sie!“

Als gehorsamer Schüler tat Zhuge, wie ihm geheißen wurde. Als der Kranich seine Kleider nicht finden konnte, nahm er seine wahre Form an und versuchte, Zhuges Augen auszuhacken. Er wich ihm aus, packte den Kranich an seinem Schwanz und schlug ihn mit dem Stock.

Als der weiße Kranich erkannte, dass er nicht mehr Herr der Situation war, kämpfte er sich frei und flog davon. Zhuge hielt seine Schwanzfedern in der Hand und so konnte der Kranich nie mehr in diese Welt zurückkommen. Um sich für immer an seine jugendliche Torheit zu erinnern, machte sich Zhuge aus den Schwanzfedern einen Fächer.

Auch die heutigen Menschen betrachten ihn als einen, der „unbeschreiblich weise war, der eine hohe Moral und einen ruhigen Geist hatte, ein einfaches Leben führte und nach nichts strebte. Klugerweise nahm er sich eine hässliche Frau zur Gemahlin. Er wurde über Generationen hinweg verehrt und ebenso wurden die Legenden über ihn weitererzählt.

13. Ruan Shi – eine hässliche Frau

Mo Mu, die Frau des gelben Kaisers; Zhong Lichun, die Frau von König Xuan aus der Qi Dynastie; Meng Guan, die Frau von Liang Hong und Ruan Shi, die Frau von Xu Yun, wurden oft als die „Vier antiken hässlichen Frauen“ bezeichnet, doch waren sie auch wegen ihrer Tugend sehr bekannt.

Xu Yun war im Königreich Cao und im Königreich Wei während der Periode der Drei Königreiche wohlbekannt. Xu Yun heiratete die Tochter von Ruan Dewei. Als Xu Yun in der Hochzeitsnacht sah, dass Ruans Tochter hässlich war, rannte er aus dem Zimmer und weigerte sich zurückzugehen.

Huan Fan, ein Freund von Xu Yun besuchte ihn und sagte: „Es muss für Ruans Familie doch einen Grund geben, dass sie dir ihre hässliche Tochter zur Gemahlin gegeben haben. Du solltest den Grund herausfinden.“

Xu ging in den Raum zurück, aber sobald er seine hässliche Braut sah, wollte er wieder gehen und so packte sie ihn. Während er sich zu befreien suchte, fragte er sie: „Frauen haben ‚vier Tugenden‘. Wie viele hast du?“

Seine Braut sagte: „Mit Ausnahme von Schönheit habe ich die drei anderen. Gelehrte haben ‚Einhundert Taten‘ zu vollbringen. Wie viele davon kannst du vollbringen?

Xu sagte: „Ich erfülle die Erfordernisse für alle Einhundert Taten.“

Seine Braut erwiderte: „Unter den Einhundert Voraussetzungen, ist Tugend die erste. Du ziehst Aussehen der Tugend vor. Wie kannst du dann sagen, du erfüllst all die Erfordernisse?“

Xu war sprachlos. Von da an respektierten sich beide; sie liebten einander und lebten einträchtig zusammen.

Seitdem wurde über sie gesagt: „Ein Edelmann hat hundert Taten zu vollbringen und die Tugend zu bewahren ist die Krone. Xu Yun wusste nichts zu erwidern, als Ruan Shi den Finger auf sein Versehen legte. Eine gute Ehefrau sorgt für Ihren Mann und hilft ihm. Das Paar lebte viele Jahre in Eintracht zusammen.“

14. Yuchi Jingde

Yuci Gong, auch bekannt als Jingde, war ein hervorragender General in der Tang Dynastie. Er war einer der vierundzwanzig Helden, deren Portraits in Lingyange waren.

Das Buch Geschichte als Spiegel enthält die Aufzeichnung einer Unterhaltung zwischen Kaiser Taizhong und Yuchi Gong. Der Kaiser fragte Yuchi Gong: „Ich wünsche, dass du meine Tochter heiratest. Was meinst du dazu?“

Yuchi Gong erwies dem Kaiser den ehrerbietigen Kotau und sagte: „Obwohl von niedriger Herkunft, hat meine Frau Erfolg und Missgeschick über viele Jahre mit mir geteilt. Ich habe nur eine geringe Begabung und bin nur dürftig gebildet, doch habe ich gehört, wenn jemand in alter Zeit reich wurde, suchte er sich keine andere Frau. Ich möchte die Prinzessin nicht heiraten.“

(wird fortgesetzt)

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