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Geschichten aus dem alten China: Wohlwollen kann einen Dieb bewegen

Chen Shi war Friedensrichter in seinem Bezirk. Eines Tages versteckte sich ein Dieb im Dachgebälk von Chens Haus und wartete darauf, dass alle es verlassen hatten, um Dinge aus dem Haus zu stehlen. Aber Chen Shi sah den Dieb. Er bat seinen Sohn zu ihm zu kommen und informierte ihn: „Einige Leute begehen schlechte Taten. Es ist nicht, weil ihre Natur schlecht ist, sondern lediglich wegen ihrer alten Gewohnheiten. Der Mann auf dem Dachsparren ist ein solcher.“ Als der Dieb sie reden hörte, kam er vom Sparren herunter. Er entschuldigte sich bei Chen Shi und kniete vor ihm nieder. Chen Shi sagte: „Sie sehen nicht wie ein böser Mann aus. Dass Sie stehlen wollten, muss von Ihren schlechten Lebensbedingungen herrühren.“ Dann gab Chen Shi dem Mann zwei Rollen Kleidung. Der Dieb war so gerührt, dass er nie wieder stahl.

Yu Lingyi, der in der Ming Dynastie lebte, war ein loyaler und aufrichtiger Mann. Er tat nie irgendetwas Schlechtes gegen andere Leute, um sich dadurch selbst einen Vorteil zu verschaffen. Im Alter waren er und seine Familie ziemlich reich geworden. Einmal versuchte ein Dieb, Dinge aus seinem Haus zu stehlen. Yu Lingyis Söhne fingen den Dieb, der sich als der Sohn ihres Nachbarn herausstellte. Yu Lingyi sagte: „Du begehst selten falsche Taten. Warum willst Du jetzt zum Dieb werden?“ Der Mann antwortete: „Es ist nur, weil wir zu arm sind.“ Yu Lingyi fragte ihn, was er wollte. Er sagte: „Zehntausend Kupfermünzen wären genug, dass ich Nahrung und Kleidung kaufen kann“. Also gab Yu Lingyi ihm zehntausend Kupfermünzen.

Gerade nachdem der Dieb gegangen war, rief Yu Lingyi ihn wieder zurück. In diesem Moment war der Dieb sehr verängstigt. Er dachte, dass Yu seine Meinung geändert hatte. Yu Lingyi sagte: „Du bist sehr arm. Aber jetzt nimmst Du zehntausend Kupfermünzen mit nach Hause. Ich fürchte, dass Du von der Streife danach gefragt werden könntest.“ Also ließ er den Mann bis Tagesanbruch in seinem Haus bleiben. Der Dieb fühlte sich wegen seines Verhaltens sehr beschämt. Von da an vollbrachte er nur gute Taten. Die Dorfbewohner sahen alle in Yu Lingyi einen guten Mann.

Kong Min, von Huainan, war ein Einsiedler auf dem Land. Er widmete sich der Kultivierung und hatte den Entschluss gefasst, sein Leben lang nach keiner offiziellen Position zu streben. Er war auch bekannt für seine noble Integrität. Ein Mann stahl wiederholt Bambus aus seinem Garten. Kong Min bedauerte den Dieb, weil der Dieb durch kaltes Flusswasser waten musste, um zum Garten zu kommen. Daher baute er eine Brücke über den Fluss zu seinem Garten. Als er das Wohlwollen von Kong Min sah, schämte sich der Dieb für das, was er getan hatte.

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