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Deutschland: Meine Erfahrungen während der Darstellung des „Opfers des Organraubes“ beim Infotag am 29.04.2006 in Hamburg

Um 14.00 Uhr komme ich bei unserem Infostand in der Innenstadt an. Die Praktizierenden verteilen Informationen über den Organraub in China, und einige zeigen die Falun Gong Übungen. Auch ich nehme mir einige Flyer und verteile sie an die Passanten. Irgendwie bin ich jedoch mit dem Zustand nicht zufrieden. Die Leute nehmen zwar den Flyer, gehen aber schnell weiter und es kommen kaum Gespräche zustande. Eigentlich wollten wir doch die ungesetzliche Organentnahme zeigen – ich frage, warum wir das nicht machen, wir sind doch genügend Praktizierende. Ich bekomme zur Antwort: „Aber wir sind nur Westler und keine Chinesen.“ Ich antworte: „Das spielt doch keine Rolle, wir können deshalb nicht darauf verzichten.“ Ich erkläre mich bereit die Rolle des Opfers zu spielen, und ein anderer Praktizierender übernimmt die Rolle des Arztes.

Ich lege mich auf den OP-Tisch und mir wird ein weißes Laken über den Körper gelegt, das mit roter Farbe getränkt ist und das Blut symbolisieren soll. Mit geschlossenen Augen liege ich da, mein Mitspieler fängt damit an, mich mit Gurten auf den OP-Tisch festzubinden und beginnt mit der Darstellung der Organentnahme. Wie durch eine Nebelwand bekomme ich mit, wie er sich über mich beugt und mit der OP beginnt. Im ersten Augenblick habe ich das Gefühl, dass das mir persönlich passiert, ich meine fast jeden Schnitt mit dem Skalpell zu spüren und ich kann mir vorstellen, was die Praktizierenden in China durchleiden. Die Darstellung hat einen sehr guten Effekt. Die Menschen bleiben stehen und fragen nach, was dort gerade passiert. Auf einmal war es ganz einfach den Menschen die Wahrheit über die Gräueltaten in den Konzentrationslagern zu erklären. Ich liege dort auf diesem Tisch und höre die vielen Fragen, als ob es die Wirklichkeit wäre. Mein Mitpraktizierender erklärt fast ununterbrochen, dass das, was sie dort sehen, den Menschen in China angetan wird. Das alles geschieht aus Habgier und Profitsucht. Es kommen auch Fragen, wie: „Warum unternimmt die Polizei denn nichts gegen solche Gräueltaten?“ Ein Mitpraktizierender erwidert daraufhin, dass es ja gerade die Polizei und auch die Gefängniswärter sind, die ihre Finger da im Spiel haben, um sich persönlich zu bereichern. Die Leute sind entsetzt. Die meisten sagen, als sie weggehen, dass sie es gut finden, was wir machen und wünschen uns viel Glück. Nach einer ganzen Weile des Liegens dreht sich alles in meinem Kopf. Die Geräusche und Stimmen dringen wie durch eine dicke Nebelwand zu mir und ich brauche eine Pause, um alles zu verarbeiten. Ich habe das Gefühl, dass mein Mitpraktizierender auch unbedingt eine Pause benötigt. Ich stehe auf und bin froh, dass alles nur ein Schauspiel für mich war. Nach einiger Zeit lege ich mich wieder hin und spiele dann die Rolle des Opfers weiter. Sobald ich dort liege und mein Mitpraktizierender sich über mich beugt, spüre ich welche Kraft von unseren Darstellungen ausgeht und wie leicht es mit einem mal ist, die Menschen über die schlimmen Taten der KP Chinas aufzuklären.

Obwohl ich die ganze Zeit nur mit geschlossenen Augen dort lag, hatte ich das Gefühl mehr getan zu haben, als wenn ich mit den Leuten gesprochen hätte.

Manches Mal dauert es etwas länger, bis wir begreifen, dass wir uns nicht von Äußerlichkeiten abhängig machen sollen, aber wenn wir es dann verstanden haben und anfangen zu handeln, ist der Effekt umso besser.

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