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Buddha als Vorbild für Konfliktlösung nehmen

Ein Sprichwort sagt: „Kümmernisse zu sammeln ist ein endloses Unterfangen“

Rachegedanken und Vergeltungshandlungen für erlittenes Leid können Konflikte nicht auf Dauer lösen; sie nähren nur den Hass. Güte, Freundlichkeit und Nachsicht sind die wahren Optionen zur Lösung von Missständen. Das ist leicht zu verstehen, aber schwer in die Praxis umzusetzen. Das Streben nach Ruhm und Eigennutz sabotiert oft die Fähigkeit, großzügig und tolerant zu sein.

Buddha Shakyamuni war 45 Jahre alt, als er in Youtou haltmachte. Ein Brahmane erkannte den noblen Charakter Shakyamunis und wollte seine schöne Tochter mit ihm verheiraten. Obwohl Shakyamuni das Angebot freundlich ablehnte – mit dem Hinweis, dass er als Mönch keine weltlichen Ziele verfolge – fühlte sich die Tochter zurückgewiesen und zürnte ihm innerlich. Später heiratete sie den König von Youtou. Als Königin hatte sie die Macht, Schlägertypen auf Shakyamuni anzusetzen. Sie sollten ihm folgen und das Leben schwer machen. Sie sollten überall dort wo er mit den Menschen sprach ihn öffentlich beleidigen.

Die Schurken erfüllten Ihren Auftrag gut. Sie schimpften so laut und so schlimm wie sie nur konnten, doch Shakyamuni lächelte nur. Einer der Schüler, Ananda, konnte es irgendwann nicht länger ertragen, dass sein Meister so behandelt wurde. Er sagte: „Meister, lassen Sie uns diesen Ort verlassen und weiterziehen.“ Darauf antwortete Shakyamuni: „Ananda, wohin werden wir denn gehen?“ Dieser meinte: „Dorthin, wo die Leute uns nicht verfluchen.“ „Was machen wir, wenn wir am neuen Ort ebenfalls beschimpft werden?“, fragte Shakyamuni zurück und fügte hinzu: „Wir lösen die Probleme dort, wo sie entstanden sind, erst danach ziehen wir weiter.“

An einem schönen Nachmittag saßen die Schurken in den Bäumen und beschimpften Shakyamuni von oben herab. Dabei stürzte einer der Typen vom Baum und verletzte sich ernsthaft. Buddha Shakyamuni begleitete ihn in die Stadt zum dort als Top-Chirurgen bekannten Boche Luoya. Die Kumpanen, die gerade noch in den Bäumen gesessen hatten, schlichen den beiden hinterher.

Als der Chirurg Buddha auf sich zukommen sah, reinigte er den Stuhl, den er ihm zum Hinsetzen anbieten wollte. Als Shakyamuni den Raum betrat, zeigte er seinen tiefen Respekt gegenüber dem Mönch. Zuerst weigerte sich der gute Mann den Strolch zu behandeln. Er war der Meinung, dass dessen Verletzung schließlich aufgrund der ausgesprochenen Flüche gegen den Buddha als Vergeltung über ihn gekommen waren.

„Das mag wohl sein“, antwortete der Mönch, „aber ich hasse ihn deswegen nicht. Ich sehe ihn als meinen Mitbruder, der jetzt dringend Hilfe benötigt.“ Die anderen Schlägertypen belauschten das Gespräch zwischen den beiden Männern und hielten den Atem an. Schließlich willigte der Chirurg ein und behandelte das Bein des Verletzten.

Dieser war für die unverdient großzügige Hilfe des Buddhas sehr dankbar. Auch seine Kumpanen waren gerührt von der Barmherzigkeit des Mönches. Als Buddha Shakyamuni sich zum Gehen wandte, fielen sie vor ihm auf die Knie und warfen die Goldstücke der auf Rache sinnenden Königin in den Staub. Sie gelobten von jetzt an gute Menschen zu werden. Shakyamuni lächelte, nickte und reichte jedem nacheinander die Hand zum Aufstehen.

Quelle:
Die beiden Geschichten „The Great Compassion of Shakyamuni“ und „Generosity and Tolerance“ aus dem Buch Treasured Tales of China Vol. 1. Middle Kingdom Publishing, New York. Seiten 122–126. Für diesen Bericht aus dem Englischen übersetzt und gekürzt.

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