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Deutschland: Rede von Frau Huan Xuewen beim Menschenrechtsfackellauf in Berlin

18.08.2007

Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine Ehre, mich hier in Berlin dem olympischen Menschenrechts-Fackellauf anschließen zu dürfen und ich erlaube mir, im Namen der Bewegung der Freiheitskultur Chinas deren Unterstützung und Beitrag zu repräsentieren.

Die Bewegung der Freiheitskultur Chinas wurde Ende des letzten Jahres gegründet. Mit ihren Unterschriften haben ca. eintausend Intellektuelle ihre Beteiligung an der Bewegung erklärt. Unter ihnen sind viele Schriftsteller, Künstler, Menschenrechtler und zwei Drittel ihrer Mitglieder leben im Inland Chinas. Während der Formierung der Bewegung hat die chinesische Regierung die Mitglieder, Herrn Zhisheng Gao, Rechtsanwalt, und den Dichter, Herrn Lihong, festgenommen, weil sie sich für die Freiheit des Denkens, Redens und Schreibens eingesetzt haben. Zudem verteidigten sie in aller Offenheit das Recht der Falun Gong-Anhänger auf deren Glaubensfreiheit. Anlässlich dieser Angelegenheit fordern wir die chinesiche Regierung dringend auf, als Veranstalter der Olympischen Spiele 2008 und im Olympischen Geist der Freiheit, des Friedens und der Menschenwürde mit der Folter aller politischen Gefangenen und Falun Gong-Anhänger und mit der Unterdrückung der Denk-, Rede-, Schreib- und Pressefreiheit und der liberalen Intellektuellen sofort aufhören, und Herrn Zhisheng Gao und Herrn Lihong sofort freizulassen.

Ich bin heute Morgen von Essen hierher gekommen, gut 500 km südlich von Berlin, und fahre nach der Veranstaltung zurück, weil ich am Montag wieder arbeiten muss. Für den Fakellauf verzichte ich freiwillig auf meine Freizeit, weil diese Veranstalung auch mich, eine Übersee-Chinesin, etwas angeht, ebenso meine Familieangehörigen, Bekannten, Freunde, Landsleute, also Mitmenschen und ihr tägliches Leben und ihre Zukunft. Je mehr Menschen sich diesem Menschenrechts-Fackellauf anschließen desto größer wird der Einfluss des Menschrechts-Fackellaufs und umso stärker wird der internationale Druck auf den Veranstalter der Olympischen Spiele 2008, die chinesische Regierung, hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte. Nur so mag die chinesiche Regierung im Namen der Olympischen Spiele ihre Willkür bei Zwangsumzug; bei der Zwangsinternierung; bei außergerichtlichen Beschwerden; bei der offiziellen Toleranz zur Misshandlung der Bauarbeiter für olympische Einrichtungen mehr oder weniger zurückhalten. Ohne inneren und äußeren Druck würde dieses Regime nie seine totalitäre Macht unter die Menschenrechte stellen. Dieser Druck entsteht aus unserem weiteren breiten und entschlossenen Mitwirken.

Meine Damen und Herren, heute stehe ich hier mit Ihnen zusammen wegen des Friedens und der Menschenwürde, wegen des Olympischen Geistes der Olympischen Spiele. Eben deswegen sähe ich auch gerne China als Mitglied der internationalen Gesellschaft als Veranstalter der Olympischen Spiele. Es wird ein großer Schaden für die internationale Gesellschaft sein, falls die Vorbereitungen und die Veranstaltung der Olympischen Spiele 2008 in China mit der Verletzung der Menschenrechte und dem Niedertrampeln der Menschenwürde koexistieren würden. Was wir entgegensetzen ist, dass eine Regierung die Menschenrechte und Menschenwürde mit Füßen tritt, und die chinesische Regierung ist bekanntlich ein totalitäres Regime. Als Sprecherin möchte ich und möchten wir, die Intellektuellen der Bewegung der Freiheitskultur Chinas, erklären, dass alle Chinesen, seien sie Sportler, Schriftsteller, Arbeiter oder Bauern, ihre Menschenrechte und Menschenwürde haben und keinen Herrscher willkürlich Misshandlungen begehen lassen. Wir Chinesen möchten uns mit Freunden aus aller Welt zusammen für dieses Ziel anstrengen und wir bedanken uns ganz herzlich für Ihren ergreifenden Beitrag dazu.

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